Treffen der Religionsgemeinschaften
Für Toleranz und Frieden

Münster/Osnabrück -

Vertreter zahlreicher Konfessionen und Glaubensrichtungen haben sich jetzt im Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses zum Treffen der Religionsgemeinschaften getroffen. Sie wollten damit ein Zeichen für Respekt, Toleranz, Solidarität und Frieden setzen. Empfangen wurden sie von Oberbürgermeister Wolfgang Griesert und seinem münsterischen Amtskollege Markus Lewe.

Sonntag, 30.10.2016, 13:59 Uhr

In Erinnerung an den Friedensschluss von 1648 haben sich Vertreter verschiedener Religionen, Konfessionen und Glaubensgemeinschaften im Rathaus versammelt.
In Erinnerung an den Friedensschluss von 1648 haben sich Vertreter verschiedener Religionen, Konfessionen und Glaubensgemeinschaften im Rathaus versammelt. Foto: Thomas Osterfeld

„Die politischen und gesellschaftlichen Umstände haben sich auch in diesem Jahr nicht verbessert“, sagte Griesert . Syrien, der Irak, Brüssel, Nizza, Paris oder Würzburg, München oder Ansbach – gerade angesichts dieser aktuellen Konflikte, Krisen und Anschläge sollte mit dem Treffen der Religionsgemeinschaften ein Zeichen für Respekt, Toleranz, Solidarität und Frieden gesetzt werden. Symbolisch entzündeten alle Teilnehmer daher in einer Zeremonie ein Friedenslicht. „Religion darf nie zur Ideologie degenerieren“, betonte Griesert. „Der Austausch ist wichtiger Bestandteil unserer gelebten Friedenskultur“, unterstrich er weiter.

„Ja, es gibt Stellen, wo es nicht gelingt“, führte Markus Lewe den Gedanken weiter. Diese würden in der Diskussion aber nach oben gestellt. Die vielen Stellen, an denen das Zusammenleben mit gegenseitiger Achtung gelingt, würden kaum Erwähnung finden. Osnabrück und Münster würden sich weiterentwickeln zu einem globalen Ort des interreligiösen Dialoges. Die Rathäuser trügen daher auch die Voraussetzungen für ein Weltkulturerbe in sich.

In einem Vortrag über Religion und Weltanschauungen im öffentlichen Raum unterstrich Religionswissenschaftlerin Wanda Alberts (Hannover), einzelne Gruppen würden in Deutschland stigmatisiert. Die Forderungen der Pegida-Bewegung würde dies verdeutlichen. „Stereotype sind in großen Teilen der Gesellschaft weit verbreitet“, so die Wissenschaftlerin. Als einen möglichen Lösungsansatz zog sie das norwegische Schulsystem heran, wo vergleichende Religion auf säkularer Basis ein Pflichtfach ist.

1648 wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg in den Rathäusern von Osnabrück und Münster der Westfälische Friede geschlossen. Im April 2015 hatte die Europäische Kommission beide Orte mit dem Europäischen Kulturerbesiegel ausgezeichnet. Eine Konsequenz, die die Anerkennung nach sich zog, ist das Treffen der Religionsgemeinschaften.

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