NRW-Innenminister Ralf Jäger
Acht Unterkünfte mit Platz für 8000 Flüchtlinge

Düsseldorf -

Die Landesregierung will in den kommenden Monaten insgesamt acht neue Unterkünfte für jeweils 1000 Flüchtlinge schaffen. Neben mindestens sechs Standorten mit Großzelten gebe es auch Gespräche über die Nutzung zweier ehemaliger Kasernen, kündigte Innenminister Ralf Jäger am Mittwoch an.

Mittwoch, 12.08.2015, 21:40 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 12.08.2015, 21:40 Uhr
NRW braucht Platz für Flüchtlinge. Deshalb sollen Zelte aufgestellt werden. Denkbar ist auch eine Unterbringung in Kasernen.
NRW braucht Platz für Flüchtlinge. Deshalb sollen Zelte aufgestellt werden. Denkbar ist auch eine Unterbringung in Kasernen. Foto: dpa

In Düsseldorf traf er sich mit rund 90 Bürgermeistern aus Kommunen, die bereits reguläre Asylheime oder Notunterkünfte des Landes beherbergen. Zwei Großzelte sollen schon in Kürze erreichtet werden: Für die Polizeischule in Selm-Bork und ein Gelände in Köln-Chorweiler seien die Vorbereitungen fast abgeschlossen, berichtete Jäger . Dagegen gebe es noch Probleme mit der Kanalisation beim ebenfalls geplanten Großzelt auf dem Gelände der Polizeischule in Schloss Holte-Stukenbrock.

Welche weiteren Standorte in Betracht kommen, werde derzeit noch geprüft. Alle Bezirksregierungen hat Jäger aufgefordert, Vorschläge zu unterbreiten. Gespräche führt sein Ministerium zugleich mit dem Bund, um zwei Kasernen in Düsseldorf und Mönchengladbach zu nutzen. Offen ist aber, ob auch dort Großzelte errichtet werden müssen. Berichte über Pläne für ein Großzelt in Münster dementierte ein Ministeriumssprecher.

Viele konkrete Zusagen nahmen die Bürgermeister nicht mit nach Hause. Jäger bekräftigte anschließend, der Bund müsse Städte und Gemeinden mit einer Pauschale entlasten. „Wir sind unter Druck – gerade die Kommunen.“ Auf die aktuelle Lage sei niemand vorbereitet gewesen. Deshalb müsse der Flüchtlingsgipfel eilig vorgezogen werden. Der Minister verglich die Situation von Kommunen und Ländern mit einem Hindernisparcours: „Wir ächzen, wir stöhnen, wir schwitzen – und der Bund sitzt auf dem Zuschauerrängen und feuert uns an.“

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