Gründe für Tat bleiben unklar
Ahlener wegen Mordversuchs vor Gericht

Ahlen -

Es habe für ihn längst festgestanden, dass er seinem Leben ein Ende setzen wollte. Drei gescheiterte Ehen, fehlender Kontakt zu Freunden und Familie, der Verlust des geliebten Hundes und drohende Obdachlosigkeit hatten den heute 70-Jährigen nach eigenen Angaben „kein Licht mehr am Ende des Tunnels“ sehen lassen.

Dienstag, 11.08.2015, 17:58 Uhr

Gründe für Tat bleiben unklar : Ahlener wegen Mordversuchs vor Gericht
Foto: dpa

Warum er aber am 1. März dieses Jahres versuchte, seine Ex-Frau zu töten, konnte er nicht erklären. Ihm wird vorgeworfen, mit einer manipulierten Schreckschusswaffe und anschließend mit einem Messer auf sie losgegangen zu sein. Am Dienstag begann der Prozess.

In der fast siebenstündigen Verhandlung sprach der Ahlener von Erinnerungslücken und davon, dass sich die Schüsse wohl versehentlich gelöst hätten, als ihm seine Frau die eigentlich für den eigenen Selbstmord bestimmte Waffe abnehmen wollte.

Neben dem Täter kamen auch die Geschädigte selbst, mehrere Kriminalbeamte sowie Nachbarn und Familienangehörige zu Wort. Dabei wurde deutlich, dass der Rentner schon lange Beziehungsprobleme hatte.

Aus dem Haus am Rande des Ahlener Ortsteils Vorhelm war er nach der Scheidung ausgezogen, hatte den Kontakt zu einer alten Freundin intensiviert und zog zu ihr nach Frankreich . Doch von dort kehrte er bald zurück zur Ex-Frau, die ihn nur widerwillig aufnahm. „Er wollte nur so lange bleiben, bis er eine eigene Bleibe gefunden hat“, erzählte die 51-Jährige, die noch immer mit den Folgen ihrer Verletzungen zu kämpfen hat. Streit habe es keinen gegeben, man habe „eher nebeneinander hergelebt“. Zum 1. März war der Auszug vereinbart – dem Tag, an dem die Tat geschah.

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