Wohnen
Richtig Instandhalten statt teuer sanieren: Ein Haus erfolgreich pflegen

Dank niedriger Zinsen für Baugeld haben sich in den letzten Jahren viele Haushalte den Traum vom Eigenheim erfüllt. Als frischgebackener Immobilienbesitzer wird sich kaum Gedanken gemacht, dass mit dem Umzug in die eigenen vier Wände ganz neue Herausforderungen verbunden sind.

Donnerstag, 06.12.2018, 12:00 Uhr aktualisiert: 06.12.2018, 12:14 Uhr
Wohnen: Richtig Instandhalten statt teuer sanieren: Ein Haus erfolgreich pflegen
Instandhaltungsmaßnahmen sind sehr wichtig. Wer hier vorbeugt, spart am Ende viel Geld und hält sein Haus in einem guten Zustand. Foto: fotolia©Ivan Kruk

Wer sich für Wohneigentum entscheidet, muss auch an die Instandhaltung denken. Ein Thema, welches mit dem Abschluss der Bauarbeiten auf die lange Bank geschoben wird. Aber: Nachlässigkeiten können teuer werden. Wo die Pflege der eigenen vier Wände zu kurz kommt, drohen am Ende teure Sanierungen.

Eine Situation, der niemand gegenüberstehen muss. Letztlich kommt es darauf an, ein offenes Auge fürs Eigenheim zu haben. Was gehört alles zu den Instandhaltungs-/ Pflegemaßnahmen, die ein Haus ab und an einfach mal braucht? Generell lassen sich an dieser Stelle verschiedene Bereiche voneinander trennen, wie:

  • Fassade
  • Dach
  • Fenster
  • Innenräume
  • Haustechnik.

In jedem Bereich können die notwendigen Maßnahmen recht individuell ausfallen.

Fassade und Dach

Fassade und Dach sind zwei wichtige bauliche Elemente einer Immobilie. Letztlich bilden sie zusammen die Hülle, sprich den äußeren Schutzmantel gegenüber der Witterung. Als solcher sind sowohl die Fassade als auch das Dach Umwelteinflüssen voll ausgesetzt.

Im Winter kriecht der Frost ins Material, in kleinen Mikrorissen kann Wasser gefrieren und gegen das Material arbeiten. Regen prasselt im Frühjahr sowie Herbst auf das Dach und der Wind greift mit den ersten Herbststürmen an. An welche Maßnahmen ist zu denken, um sowohl das Dach als auch die Fassade langfristig zu schützen?

Die Fassade

Hausfassaden werden heute in ganz unterschiedlichen Formen und aus verschiedenen Materialien errichtet. Wie hoch der Pflegeaufwand ist, hängt auch davon ab, welches Material für die Fassade zum Einsatz gekommen ist. Speziell Holz bringt einen erhöhten Pflegeaufwand mit. Auf der anderen Seite wirkt dieser Werkstoff besonders natürlich.

Pflege der Holzfassade:

  • konstruktiver Holzschutz
  • alle 3-5 Jahre professionell begutachten lassen
  • nach Stürmen auf Schäden untersuchen

Das Thema konstruktiver Holzschutz zielt auf den Schutz vor der Witterung ab, indem etwa Regen von der Fassade abgeleitet wird.

Achtung: Wird eine Holzfassade einmal gestrichen, muss dieser Vorgang regelmäßig wiederholt werden.

Pflege der Stein-/ verputzen Fassade:

  • regelmäßig auf Schäden untersuchen
  • Fassade immer wieder reinigen
  • Schäden professionell beheben lassen
  • Bewuchs entfernen

Gerade letztgenannter Punkt ist ernst zu nehmen. Durch Moose oder Flechten kann der Putz beschädigt werden. Zudem sollten erkennbare größere Rissbildungen schnell behoben werden. Achtung: In diesem Fall auch Experten zu Rate ziehen, um der Ursache auf den Grund zu gehen (etwa unerwartete Setzungserscheinungen).

 

Bild 2

Der Hausfassade sollte auch in Bezug auf Pflege die nötige Aufmerksamkeit geschenkt werden. Foto: fotolia©eag1e

Das Dach

Ohne das Dach über dem Kopf bleibt kein Raum trocken. Wesentlichen Einfluss auf den Pflegeaufwand hat die Art und Weise der Dacheindeckung. Wer eine Solaranlage bzw. Solarthermie auf dem Dach installiert, muss diese natürlich in die Pflegemaßnahmen einbeziehen.

Der ideale Zeitpunkt für die Dachpflege ist das Frühjahr. Hier wird das Dach begutachtet. Hat es den Winter schadlos überstanden? Auf der anderen Seite kann jetzt eine Dachreinigung durchgeführt werden. Hierfür sind einfache Hilfsmittel oft schon ausreichend. Von der Nutzung eines Hochdruckreinigers wird seitens Experten abgeraten.

Fakt ist, dass ein professionell gedecktes Dach Jahrzehnte hält. Um diese hohe Lebensdauer wirklich erreichen zu können, sollte ein Dach vom Fachmann in regelmäßigen Abständen gewartet und gepflegt werden. Je früher ein drohender Schaden erkannt wird, umso eher lässt sich dieser günstig beheben. Eine professionelle Reinigung und Pflege macht Fehler unwahrscheinlicher und sorgt somit dafür, dass schlimme Schäden gar nicht erst auftreten.

An was bei der Dachpflege zu denken ist:

  • Ablaufrinnen reinigen
  • auf Beschädigungen prüfen
  • Verschmutzungen schonend entfernen

 

Heizung regelmäßig warten

Zu jedem Eigenheim gehört auch eine Heizung. War es in den 1990er Jahren die Ölheizung, welcher viele Hausbesitzer den Vorzug gegeben haben, wird heute oft auf Gas bzw. eine Kombination aus regenerativen Energiequellen gesetzt, wie aus einer Trendanalyse des BMWI hervorgeht.

Nach dem Einbau der Heizung nicht mehr über eine Wartung nachdenken ist leider ein Trugschluss. Gerade die Heizungsanlage gehört zu den pflegeintensiven Elementen der Haustechnik.

Die eigentlichen Wartungsarbeiten beschränken sich, zumindest jene, welche der Besitzer durchführen kann, auf ein Minimum. Der Grund ist recht einfach: Moderne Heizungsanlagen sind komplex aufgebaut und sollten nur von Profis gewartet werden. Letztere übernehmen die Kontrolle der Abgas-/Brennwerte, die Reinigung des Heizkessels sowie der Abgasleitungen.

Diese Wartung erfolgt im Regelfall alle 1-2 Jahre.

Bild 3

Eine fehlende Wartung der Heizung kann enorme Ausmaße annehmen und zu einem schwerwiegenden Problem werden. Deshalb ist es wichtig, die entsprechende Vorsorge zu betreiben. Foto: fotolia©Minerva Studio

Schimmel erkennen und bekämpfen

Ein sehr wichtiger Punkt im Haus ist das Thema Schimmel. Gerade durch die seit Jahren gestiegenen Bemühungen um eine bessere Wärmedämmung müssen sich Haushalte damit beschäftigen. Generell ist ein gutes Mittel gegen Schimmel eine niedrige Luftfeuchte. Damit wird den Schimmelpilzen eine wichtige Lebensgrundlage entzogen.

Auf der anderen Seite gehört zur Schimmel-Prävention, typische Hot-Spots des Hauses im Auge zu behalten. Sobald sich hier Spuren erkennen lassen, sollte der Schimmel bekämpft werden. Anderenfalls besteht die Gefahr, dass sich Schimmel ausbreitet, was zur Gefahr für die Gesundheit und in den Gegenmaßnahmen teuer werden kann. Letzteres ist der Fall, wenn Schimmel nicht nur ein oberflächliches Problem bleibt, sondern in tiefe Schichten des Mauerwerks vordringen und sich hier festsetzen kann.

Fazit: Mit Pflegetipps Sanierungen hinauszögern

Der Traum vom Haus ist in den letzten Jahren für viele Familien wahr geworden. Mit dem Umzug in die eigenen vier Wände warten aber neue Aufgaben auf frischgebackene Immobilienbesitzer. Gerade die zielgerichtete Pflege der Immobilie hilft dabei, die Lebensdauer von Fassade, Dach oder Heizung zu erhöhen. Je besser das Haus in Schuss ist, umso weniger ist mit teuren Sanierungen zu rechnen. Denn diese kosten am Ende mehrere tausend Euro. Geld, welches sich die Besitzer hätten sparen können, wenn die Instandhaltung nicht vernachlässigt worden wäre.

Bilder:  fotolia© Ivan Kruk fotolia© eag1e, fotolia© Minerva Studio

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6238634?categorypath=%2F2%2F62%2F798625%2F1110655%2F1114685%2F1114719%2F
Nachrichten-Ticker