White/Weiss
Orange Blue: Gefühliger Pop trifft auf Politik

Trump, Digitalisierung, Liebeskummer - all das findet Platz bei Orange Blue. Nach 13 Jahren Pause veröffentlichen die Hamburger ein neues Doppelalbum.

Montag, 17.02.2020, 11:31 Uhr aktualisiert: 17.02.2020, 11:34 Uhr
Volkan Baydar und Vince Bahrdt singen jetzt auch auf Deutsch.
Volkan Baydar und Vince Bahrdt singen jetzt auch auf Deutsch. Foto: Daniel Bockwoldt

Hamburg (dpa) - Die 80er standen Pate - so erklärt Pianist Vince Bahrdt den Retro-Sound des neuen Doppelalbums «White/Weiss» seiner Popband Orange Blue. In der Tat erinnert der auf 35 Songs verteilte, balladige Pop mit Synthies, Piano und Streichern im Hintergrund eher an die Vergangenheit.

Schließlich ist es auch schon 13 Jahre her, dass die beiden Hamburger Bahrdt und Volkan Baydar gemeinsam eine Platte veröffentlicht haben - jetzt sogar gleich zwei. Neu ist, dass es mit «Weiss» jetzt auch 17 deutsche Lieder von Orange Blue gibt. «Das ist einfach passiert», ohne kommerzielle Motivation, sagt Bahrdt im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Thematisch sind die beiden 48-Jährigen auf «Weiss» in der Gegenwart angekommen: Donald Trump, Digitalisierung, die auseinander driftenden Gesellschaften - keine Herausforderung der Moderne scheint zu groß, um sie nicht auch im gefühligen Pop aufzugreifen. «Wir können etwas sagen, was gehört wird. Und es beschäftigt uns», beschreibt der Pianist seine Verantwortung als Künstler.

Auf «White» steht hingegen «Love» im Vordergrund. «Die Liebe steht über allem», meint Sänger Baydar. «Das wird jeder zugeben, aber niemand so aussprechen» - weil es nicht so richtig cool sei.

Zwar ist noch unklar, ob die selbstfinanzierte Produktion sich kommerziell lohnt, doch Vince Bahrdt und Volkan Baydar sind schon jetzt zufrieden. «Wenn es nur einen Menschen gibt, der sagt 'Dieses Album ist ein Kunstwerk' - der gibt mir so viel», meint der Sänger. Gerade erst hätten sie eine solche Mail bekommen.

Auf «White/Weiss» findet sich gut produzierter, hymnischer Pop, manchmal mit folkigem Einschlag, der ernsthaft versucht, politische Fragen aufzuwerfen und Liebe zu verbreiten. Auch wenn die beiden Platten stilistisch nur wenige Variationen bieten, machen sie Spaß, verleiten zum Mitsingen - spätestens beim Hit «She's Got That Light».

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