Musik
Der stille Kanadier Mocky macht jetzt Retro-Pop

Berlin (dpa) - Er gehörte zum Quartett der «Berliner Exil-Kanadier», war davon aber immer der Stillste: Dominic Salole alias Mocky. Jetzt hat der Songschreiber, Arrangeur und Produzent ein neues Album draußen - es ist ebenfalls eines von der stillen Sorte.

Dienstag, 11.08.2015, 12:35 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 05.08.2015, 06:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 11.08.2015, 12:35 Uhr
Musik : Der stille Kanadier Mocky macht jetzt Retro-Pop
Foto: dpa

Auf «Key Change» erklingen zauberhafte, mit Streichern gelegentlich an die Kitschgrenze herangeführte Melodien im Stil eines 60er-Jahre-Filmsoundtracks. Von Mockys überwiegend elektronischen Anfängen ist so gut wie gar nichts mehr zu spüren. Vielmehr kapriziert sich der 40-Jährige hier auf den vollendet federleichten Easy-Listening-Klang eines Burt Bacharach , mit dezenten, nicht wirklich modischen Ausflügen in Soul, Yacht-Pop und Jazz.

Leslie Feist - mit ihr, Peaches und Chilly Gonzales bildete Mocky einst das Kanadier-Quartett - hätte in diesen musikalischen Rahmen sicher auch als Sängerin hineingepasst, sie tritt aber nur einmal als Schlagzeugerin auf («Living In The Snow»). Die Vokalparts übernehmen stattdessen Moses Sumney, Joey Dosik oder Kelela. Und Gonzales lässt sich auch nicht lumpen, mit einem Klavier-Part im heimlichen Hit dieses Albums, dem wunderschönen «Head In The Clouds».

Für «Key Change» benutzte Mocky kein einziges Sample, er versuchte mit den zwölf Tracks nach eigenen Worten «in eine Ära aufzubrechen, die es so gegeben haben könnte». Dabei halfen ihm neben den erwähnten Gästen ein Streicherensemble und der Chor der Kulturen der Welt (da ist sie wieder, die Verbindung zur deutschen Hauptstadt). Neben Berlin waren Paris , Los Angeles und Toronto die Aufnahmeorte für ein augenzwinkernd-charmantes, auch melancholisches Retro-Pop-Album.

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