Festival
Animations- und Trickfilmbranche kommt gut durch Krise

Film- und Dreharbeiten sind wegen Corona eingeschränkt oder ganz zum Erliegen gekommen. Einer der wenigen Zweige, die in der Unterhaltungsbranche derzeit keine Probleme hat, ist der Animationsfilm.

Sonntag, 02.05.2021, 11:55 Uhr aktualisiert: 02.05.2021, 13:04 Uhr
Ein Zuschauer des Festivals folgt einem Interview mit den Geschäftsführern auf der Bühne.
Ein Zuschauer des Festivals folgt einem Interview mit den Geschäftsführern auf der Bühne. Foto: Reiner Pfisterer

Stuttgart (dpa) - Wegen der Coronavirus-Pandemie wird das Internationale Trickfilmfestival (ITFS) in Stuttgart zwar auch in diesem Jahr nur online und per Mausklick übertragen. Auf die Lage in der Branche hat das Virus aber keinen größeren Einfluss.

«Unser Eindruck, der sich aus Gesprächen und Meetings in der Branche ergibt, ist der, dass der Großteil der Animations- und Gamesstudios in der Region und weltweit sehr gut ausgelastet zu sein scheint», sagte der künstlerische ITFS-Geschäftsführers Ulrich Wegenast vor dem Auftakt des Festivals. Einige Studios suchten sogar händeringend Mitarbeiter, Auftragsbücher seien sehr gut gefüllt.

«Die Corona-Krise hat der Animations- und Gamesbranche im Gegensatz zu anderen Branchen nicht geschadet», sagte Wegenast, der für die ITFS-Veranstalterin Film- und Medienfestival gGmbH arbeitet. Sie sei technologisch und durch weltweit kooperierende Netzwerke bestens aufgestellt. Die Arbeit für einen großen Animationsfilm könne auf viele Studios und Dienstleister aufgeteilt werden, jeder trage seinen Teil zum Gesamtprojekt bei.

«Ein Studio hat sich auf die Animation von Charakteren spezialisiert, ein anderes auf die umgebende Landschaft, ein drittes gestaltet die Oberflächen und Strukturen, ein viertes sorgt für den korrekten Bewegungsablauf und so weiter», sagte Wegenast. Ausgeklügelte Softwareprogramme, Datenbanken und die enge Zusammenarbeit brächten diese Zweige zusammen.

Das Trickfilm-Festival sollte ursprünglich vom 4. bis zum 9. Mai live stattfinden. Nun wird es eine «digitale Version» der Veranstaltung im selben Zeitraum geben. Wettbewerbsbeiträge sollen unter anderem als Stream abrufbar sein. Auf den verschiedenen Plattformen stehen insgesamt mehr als 400 Filme auf dem Programm, darunter etwa 20 Langfilme. Dazu zählen im frei verfügbaren Live-Stream die animierte Verfilmung von Mozarts «Zauberflöte» sowie «Heidi» und «Die Biene Maja». Gezeigt werden zudem zahlreiche Deutschlandpremieren wie der Puppentrickfilm «Strike» aus Großbritannien oder «Petit Vampire» aus Belgien/Frankreich sowie der oscarnominierte Klassiker «Das große Rennen von Belleville».

Die Veranstalter zeigen sich bislang zufrieden mit dem Vorverkauf, sie nennen aber keine konkreten Zahlen. Die Verkäufe vom Vorjahr würden wahrscheinlich übertroffen, teilten sie auf Anfrage mit. Nach der Online-Version im vergangenen Jahr werde man zwar erneut die Begegnung und den persönlichen Austausch am Ort vermissen, sagte Wegenast. «Aber durch die Online-Edition des Festivals erreichen wir auch Menschen, die bisher nicht zum Festival kommen konnten, sei es aufgrund der Entfernung, finanzieller oder sonstiger Barrieren.» Die Animationskultur werde auf diesem Weg nach Hause vor den Bildschirm gebracht.

© dpa-infocom, dpa:210502-99-436537/2

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