Nachruf auf DZ-Redaktionsleiter Markus Michalak
Ein Journalist aus Leidenschaft

Dülmen. Er verkörperte das, was man einen Vollblutjournalisten nennt: Im Alter von 53 Jahren ist DZ-Redaktionsleiter Markus Michalak tödlich verunglückt. Er verstarb an Gründonnerstag an den Folgen eines schweren Verkehrsunfalls.

Montag, 05.04.2021, 18:22 Uhr aktualisiert: 05.04.2021, 18:30 Uhr
Nachruf auf DZ-Redaktionsleiter Markus Michalak: Ein Journalist aus Leidenschaft
Markus Michalak † Foto: Archiv

„Der tragische Tod von Markus Michalak macht uns unfassbar traurig und betroffen“, sagt DZ-Verleger Marc Bednara. „Mit ihm verlieren wir einen hochgeschätzten Kollegen und engagierten Redaktionsleiter, der immer mit Überzeugung und Leidenschaft für unsere Zeitung gearbeitet hat.“

Die Trauer und Bestürzung im gesamten DZ-Team sei groß. „In diesen schweren Stunden gilt unser aufrichtiges Beileid seiner Frau, den drei Kindern und allen Menschen, die Markus Michalak nahestanden“, betont Bednara.

Aufgewachsen in Münster und Wuppertal

Markus Michalak, geboren im Ruhrgebiet und aufgewachsen in Münster und Wuppertal, hatte seit Sommer 2011 die Leitung der Lokalredaktion der Dülmener Zeitung inne. Nach seinem Slawistik- und Politikstudium an der Uni Münster war er zunächst unter anderem als Referatsleiter beim BKK Bundesverband in Essen und als Redaktionsleiter für die Ruhrnachrichten und Kölnische Rundschau tätig, bevor er zur DZ wechselte.

„Hier hat er sich wohler gefühlt als in jeder beruflichen Station zuvor. Er liebte die Themen. Diesen Job wollte er machen, so lange es geht“, berichtet sein Freund Thomas Reisener, der selbst als Journalist tätig ist, in einem Nachruf.

„Er hat es niemandem leicht gemacht. Auch sich selbst nicht.“

„Es hätte ihm gefallen, dass ich an dieser Stelle über ihn sage: Er hat es niemandem leicht gemacht. Auch sich selbst nicht. Denn so war er. Der Kompromiss, die schalen Gesten der Verlegenheitsdiplomatie, der vorschnelle Handschlag - all das war nicht seins“, sagt Reisener über seinen Freund.

„Markus hatte ein klares Koordinatensystem, dessen Himmelsrichtungen Aufrichtigkeit, Gerechtigkeitssinn, Optimismus und Streitlust waren. Menschen, die ohne erkennbare Bereitschaft zur Meinungsänderung in Gespräche gingen, nahm er nicht ernst. Wenig war ihm mehr zuwider als die Borniertheit.“

Auch Reisener beschreibt Markus Michalak als Vollblutjournalisten: „Sein Herzblut war druckerschwarz.“

Meinungsstark in seinen Kommentaren

So erlebten ihn auch seine Kollegen bei der DZ und die Leserschaft der Dülmener Zeitung. Vermeintlich „kleine“ Anliegen und Anfragen von Lesern griff er mit dem gleichen Engagement auf wie „große“ politische Geschichten.

Fast immer war er es, der die beliebte Wochenendplauderei verfasste (zuletzt in der Osterausgabe) und sich hier sowie in seinen Kommentaren als meinungsstarker, auch Kontroversen nie scheuender Autor präsentierte. Sehr viel Wert legte er zudem immer auf die journalistische Unabhängigkeit der Redaktion.

Herzlich, großzügig und sozial

Neben seiner Leidenschaft für seine Arbeit war der DZ-Redaktionsleiter jemand, der sich sehr für den Sport begeisterte. Sein Fanherz schlug dabei für Borussia Dortmund. Privat war er zudem ein begeisterter Tennisspieler und Motorradfahrer.

Ebenso war Markus Michalak ein herzlicher und großzügiger Mensch mit sozialer Ader: Zuletzt hatte er sich bei der Dülmener Corona-Hilfe als Fahrer für Impflinge registrieren lassen.

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