Haschpflanzen nicht als Beweis zugelassen
Drogen-Anbau bleibt ungestraft

Dülmen. Obwohl ein 55-jähriger Dülmener Marihuana in seiner Wohnung anbaute, kam er vor Gericht ungeschoren davon. Der Grund: Der Richter konnte die Beweimittel nicht zulassen. Die Polizei hatte keinen Durchsuchungsbeschluss.

Donnerstag, 25.02.2021, 18:20 Uhr
Haschpflanzen nicht als Beweis zugelassen: Drogen-Anbau bleibt ungestraft
Foto: Symbolfoto

Wegen „Häuslicher Gewalt“ suchte die Polizei am 28. März 2020 einen heute 55-jährigen Dülmen auf. Der Mann war stark alkoholisiert und aggressiv. Weil er die Beamten unter anderem auch noch als Nazis beleidigte, wurde er ins Gewahrsam gesteckt. Weil die Wohnung somit unbewohnt war, schaute die Polizei in alle Räume, um Fenster und Türen zu schließen und elektrische Geräte abzustellen.

Dabei entdeckten die Beamten zehn Cannabispflanzen sowie alles, was zum Betrieb der Indoor-Plantage benötigt wird. Die Polizisten informierten noch in der gleichen Nacht ihre Kollegen von der Kriminalpolizei. Der Dülmener hatte schon geerntet. Die Polizei stellte zahlreiche Blüten in zwei Gläsern sowie alle Pflanzen und das Equipment sicher.

Das Problem: Die Polizei hatte sich keinen richterlichen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung besorgt. „Daher konnten wir die Beweismittel nicht zulassen“, erklärte Dülmens Amtsgerichtsdirektor Marc Büning. Sonst hätte dem Angeklagten eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr gedroht.

Ganz ungeschoren kam der Maschinenführer aber nicht davon. Der nicht einschlägig vorbestrafte Dülmener wurde wegen der Beleidigung zu einer Geldstrafe in Höhe von 2400 Euro (60 Tagessätze à 40 Euro) verurteilt.

(Den kompletten Bericht lesen Sie in der Freitags-Printausgabe der Dülmener Zeitung sowie im E-Paper.)

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