Kulturausschuss diskutiert Denkmalfunde
Bodendenkmäler zum Anfassen

Dülmen. Kontrovers diskutierte der Kulturausschuss die Frage, in welcher Weise Dülmens Bodendenkmäler erlebbar werden sollen. Konkret ging es hierbei um die derzeit freigelegten Befunde auf dem Marktplatz, welche die Politiker zunächst vor Ort in Augenschein nahmen.

Donnerstag, 03.12.2020, 19:35 Uhr aktualisiert: 03.12.2020, 21:13 Uhr
Kulturausschuss diskutiert Denkmalfunde: Bodendenkmäler zum Anfassen
Das Interesse der Dülmener an den Bodenfunden auf dem Marktplatz ist groß. Foto: Beena Shaikh

Im Ausschuss verteidigte Bürgermeister Carsten Hövekamp den Vorschlag der Stadt als einen ausgewogenen Beitrag zwischen städtehistorisch Wünschenswertem und wirtschaftlich Machbarem.

Die Stadt hatte der Politik vorgeschlagen

  •  den funktionstüchtigen alten Marktbrunnen sichtbar zu machen und mit einer neuen Pumpe auch wieder in Gebrauch zu nehmen.
  •  den baulichen Verlauf des alten Rathauses von 1405 mit seinen Arkaden intarsienhaft darzustellen.
  •  die alte Marktapotheke, deren Keller erhalten ist, digital zu erfassen und nicht mit einer begehbaren Glasplatte zu versehen.

SPD will Profi-Expertise

Simon Peletz (SPD) überzeugten die vorgetragenen baulichen und wirtschaftlichen Zwänge nicht: „Wir dürfen die jahrhundertealte Stadthistorie doch nicht vom Glühweinumsatz abhängig machen“, mahnte der Stadtverordnete. Die Stadt hat die Sorge geäußert, dass ein Bodenfenster für die alte Apotheke den Dülmener Winter 2021 gefährden könne.
Die SPD fordert ein professionelles Konzept, welches alle relevanten Dülmener Bodendenkmäler mit einschließt. Außerdem sollen auch Apotheke und altes Rathaus sichtbar bleiben.

CDU möchte Apotheke sichtbar machen

Die CDU-Vertreter lobten zunächst die städtische Vorlage als „sehr gute Grundlage“ (Manuela Pross). Doch auch der Union ist die nur digitale Bewahrung der alten Apotheke, die derzeit in ihrem Ursprung und im weiteren baulichen Verlauf erkennbar wird, zu wenig. Sie beauftragte die Verwaltung mit der Aufgabe, Teile des hölzernen Bodens der Apotheke zu heben und in der Nähe des Fundortes - also vermutlich auf dem Marktplatz - aufzustellen. Ein Bodendenkmal zum Anfassen gewissermaßen. Außerdem könne man per Info-Säule und QR-Code auf die Glockengussgrube und die Prachtstraße am Bült hinweisen.

Kübber will rasche Ergebnisse

Klaus Rickert vom Fachbereich Kultur betonte, dass mit dem Heimatverein ein ehrenamtlicher Verein mit dem Konzept eines historischen Stadtrundganges befasst werde. „Und Dülmen Marketing werden wir dazu holen. Das braucht Zeit.“ Zu viel Zeit will der Ausschutzvorsitzende, Florian Kübber, nicht mehr ins Land gehen lassen: „Im Laufe des nächsten Jahres wollen wir eine Projektskizze sehen.“

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