N.N. Theater bringt Filmklassiker auf die Bühne
Rick küsst nur durchs Plexiglas

Dülmen. Hazemag-Halle statt Straßentheater: Zwei Monate später als geplant konnte das N.N. Theater jetzt doch seine neue Produktion „Exit Casablanca“ in Dülmen zeigen. Aber Corona hat nicht nur den Spielplan durcheinandergebracht, sondern auch im Stück selbst Spuren hinterlassen.

Mittwoch, 23.09.2020, 19:00 Uhr aktualisiert: 23.09.2020, 19:10 Uhr
N.N. Theater bringt Filmklassiker auf die Bühne: Rick küsst nur durchs Plexiglas
Der legendäre Abschied am Flughafen (oben) darf bei „Exit Casablanca“ nicht fehlen. Foto: Kerstan

Die Übersetzung ist schuld. Da fordert Rick seine Ilsa in Paris zu einem romantischen „Schau mir in die Augen, Kleines“ auf - aber nur in der deutschen „Casablanca“-Version. „‚Here‘s looking at you, kid‘ heißt nichts anderes als ‚Hoch die Tassen, Prost!‘“, erfuhren die Zuschauer.

Aus einem von Humphrey Bogart improvisierten Trinkspruch wurde eines der legendärsten Filmzitate überhaupt. Klar, dass der Satz auch in der Version des N.N. Theaters vorkommen musste. Und zwar gleich mehrfach.

Hazemag-Halle statt Sommertheater

„Exit Casablanca“ heißt das neuste Stück der Kölner, das sie als Stammgäste des Dülmener Sommers eigentlich Mitte Juli beim Straßentheater aufführen wollten - bis Corona alles durcheinanderwarf.

Mehr als zwei Monate später gab es dann noch die Chance für ein Dülmen-Gastspiel. Nämlich in der Hazemag-Halle, die das Unternehmen eine Woche lang dem Kulturteam zur Verfügung gestellt hat. Auch sehr zur Freude der Künstler, die an dem Abend erst ihren achten Auftritt in diesem Jahr hatten, wie Michl Thorbecke verriet.

Corona hinterlässt auch im Stück seine Spuren

Aber das Virus traf nicht nur den Spielplan, sondern hat seine Spuren auch im Stück selbst hinterlassen. Da wird der Abstand zwischen den Stühlen auf der Bühne gemessen, den Kuss von Ilsa und Rick trennt natürlich eine Plexiglasscheibe.

Rasante Rollenwechsel

Die Geschichte selbst ist schnell erzählt, sie folgt im Wesentlichen der Handlung aus dem Film. Ein sehr gelungener Einfall ist es jedoch, die Rollen (und Kostüme) immer wieder neu zu verteilen: Mal übernimmt Thorbecke den Rick-Part, dann Oliver Schnelker, für den Paris-Rückblick schließlich Christine Per.

Jeder darf zudem die Ilsa geben (und Schnelker dann sogar „As time goes by“ singen), und auch sonst wird munter durchgewechselt. Einzige Ausnahme: Pianist Sam. Diesen Part übernimmt natürlich einzig und allein Bernd Kaftan, an dem Abend erneut zuständig für die musikalische Untermalung.

„Das tut richtig gut“

Am Ende ist der Applaus in der mit 120 Besuchern ausverkauften Hazemag-Halle groß, es gibt teils stehende Ovationen für das Quartett. Das genießt den Beifall sichtlich: „Das tut richtig gut“, entfährt es Thorbecke.

Und er und seine Mitstreiter verabschieden sich schließlich mit den Worten: „Bis zum nächsten Mal - und dann sehen wir uns wieder draußen.“

Auftritt des N.N. Theaters in der Hazemag-Halle 2020

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