Polizei berichtet von sieben Fällen
Telefon-Betrüger schlagen in Dülmen zu

Dülmen. Die Enkelin ist in Not, weinend fleht sie am Telefon um Hilfe: Auf solche und anderen Maschen reinzufallen, davor warnt die Polizei. Denn ganz aktuell gibt es eine ganze Reihe von Fällen in Dülmen.

Mittwoch, 23.09.2020, 12:56 Uhr aktualisiert: 23.09.2020, 12:59 Uhr
Polizei berichtet von sieben Fällen: Telefon-Betrüger schlagen in Dülmen zu
Foto: dpa

„Es geht den Tätern darum, emotionalen Druck auszuüben“, sagt Sascha Kappel von der Polizei. Eine Masche der Betrüger: die am Telefon weinende Enkelin, die in einen Verkehrsunfall verwickelt ist. Jetzt braucht sie dringend finanzielle Unterstützung, um ihren Führerschein nicht zu verlieren oder einen verursachten Schaden zu regulieren.

Gleich sieben Mal haben unbekannte Betrüger am Dienstag in Dülmen versucht, mit dieser und anderen Maschen an Geld zu kommen. „Dabei ist es zum Glück nicht zu einem finanziellen Schaden gekommen“, erläutert Kappel. In keinem Fall sei eine angerufene Person auf die Betrüger reingefallen.

Täter bauen großen emotionalen Druck auf

Und diese sind dreist: Die Masche der falschen Enkelin und dem Unfall würde seit Neustem durch einen falschen Polizeibeamten ergänzt. Der bestätige dann die Aussage der vermeintlichen Enkelin und betone seinerseits noch mal, dass der Angerufene einer Schweigepflicht unterliegen würde und auf keinem Fall jemandem davon erzählen dürfe, berichtet der Polizeisprecher.

„In einigen Fällen und sicherlich auch aufgrund des hohen aufgebauten emotionalen Drucks fallen auch Personen, die ansonsten nicht sehr leichtgläubig sind, auf diese Maschen herein“, macht Kappel deutlich.

Manchmal würden sie es trotzdem einer anderen Person, etwa einem Verwandten oder Bankmitarbeiter, erzählen, die im besten Fall den Betrug erkennt und verhindern könnten.

Vorsicht, wenn die 110 im Display erscheint

„Besonders dreist ist die Tatsache, dass die Täter in der Lage sind, über ausländische Telefonanbieter jede beliebige Nummer im Display des Angerufenen einzublenden - auch die 110“, so der Sprecher.

Wichtig zu wissen sei daher: Sollte in der Telefonanzeige die 110 auftauchen, eventuell noch mit einer Vorwahl, dann handele es sich nicht um einen Anruf der Polizei. „Bei einem Anruf der Polizei erscheint nie die Rufnummer 110 in ihrem Display“, stellt Kappel klar.

Rat der Polizei: Sofort auflegen

Ansonsten rät die Polizei bei solchen Betrüger-Anrufen: Sofort das Gespräch beenden - Auflegen ist dem Fall nicht unhöflich. Auch sollte die richtige Polizei informiert werden.

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