Vereine sorgen sich um die drastische Kostenentwicklung für die Badnutzung
Es brodelt im düb

Dülmen. Die Vereine, die das Freizeitbad düb für Kurse nutzen, sollen tiefer in die Tasche greifen. Diese Preiserhöhung trifft die Vereine ins Mark. Dabei war beim millionenschweren Umbau des düb genau für sie ein ganz neues Becken gebaut worden.

Dienstag, 18.08.2020, 09:00 Uhr
Viele Millionen Euro sind ins Freizeitbad düb investiert worden, um es zukunftsfähig zu machen. Auf die Kritik der Vereine, zu viel Wasserfläche zu verlieren, reagierte die Politik mit dem Neubau eines Beckens. Jetzt droht den Vereinen erneut das Aus im düb.
Viele Millionen Euro sind ins Freizeitbad düb investiert worden, um es zukunftsfähig zu machen. Auf die Kritik der Vereine, zu viel Wasserfläche zu verlieren, reagierte die Politik mit dem Neubau eines Beckens. Jetzt droht den Vereinen erneut das Aus im düb. Foto: krk

Als Holger Schmidt, Geschäftsführer der Behinderten-Sportgemeinschaft Dülmen, jüngst ein Schreiben vom düb-Geschäftsführer Georg Bergmann über die künftige Kostenstruktur für seinen Verein bekam, traute er seinen Augen nicht. „Ich halte das Angebot für einen schlechten Witz“, so der BSG-Geschäftsführer in seiner Antwort. Beide Schreiben liegen der DZ-Redaktion vor.

In der Vergangenheit hat die BSG Dülmen 300 Euro pro Montag für die Nutzung des Sole-Außenbeckens (13 Stunden) gezahlt. Im Jahr seien so mehr als 10.000 Euro zusammengekommen. Künftig will das düb 700 Euro pro Montag berechnen - für zehn Stunden Nutzung. Ein Aufschlag von 133 Prozent. Holger Schmidt rechnet mit düb-Kosten für die BSG Dülmen in Höhe von 25.000 Euro. „Dies steht im krassen Widerspruch zur Ankündigung, dass das Schwimmen im düb auch nach dem Umbau nicht teurer und damit weiterhin für die Dülmener Bürger bezahlbar bleibt“, heißt es im bitterbösen Antwort-Schreiben von Schmidt an das düb.

düb-Geschäftsführer Georg Bergmann sah sich im Fall der BSG zur Beitragsanpassung gezwungen, weil es sich um kein Kursbecken handele „und die BSG bislang deutlich unter den Kosten das Sole-Außenbecken genutzt hat.“ Und auch jetzt sei das nicht annähernd kostenneutral. „Im Winter rennt draußen die Gasuhr.“

Und auch die DLRG Dülmen soll künftig kräftiger zur Kasse gebeten werden. „Wir haben bislang pro Jahr rund 12.000 Euro bezahlt, künftig haben wir Kosten von gut 15.000 Euro errechnet“, sagt Michael Görshop, Vorsitzender der Dülmener Rettungsschwimmer. Die gestiegenen Kosten hingen auch damit zusammen, dass früher das Nichtschwimmerbecken zur Ausbildung genutzt wurde. Görshop: „Das ist in der Größe nicht mehr vorhanden und kann somit auch nicht mehr genutzt werden und daher weichen wir in das Mehrzweckbecken aus. Das ist für uns teurer.“

Wie das finanziert werden soll, ist noch nicht klar. „Wir können die Beiträge nicht erhöhen. Schon jetzt können einige den Jahresbeitrag von 60 Euro pro Kind kaum bezahlen.“ Dabei hat die DLRG in Dülmen unter anderem den Auftrag, dem Nachwuchs das Schwimmen beizubringen. Görshop: „Die Schulen schaffen das ja nicht mehr.“ Dass sich die DLRG jetzt über die Kosten beklage, könne Bergmann nicht nachvollziehen. „Wir haben doch lang und breit mit den Verantwortlichen darüber gesprochen.“

(Weitere Berichterstattung zum Thema und einen Kommentar bringt die DZ in ihrer Dienstags-Printausgabe und im E-Paper.)

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