Chaos am Wochenende
Dülmener See völlig überlaufen

Dülmen. Zurzeit erlebt Deutschland eine Hitzewelle, die auch Dülmen fest im Griff hat. Wie schön, wenn man dann ein Plätzchen hat, wo man sich abkühlen kann. Dieses suchen viele Hitzegeplagte am Dülmener See - vor allem am Wochenende. Doch der ist völlig überlaufen.

Freitag, 14.08.2020, 20:00 Uhr
Chaos am Wochenende : Dülmener See völlig überlaufen
Kein Durchkommen, beklagt Familie Fischer, gibt es an den heißen Wochenenden zum Campingplatz am Dülmener See. Foto: mm

Eigentlich hat Bernhard Fischer, Betreiber des Campingplatzes am Dülmener See, Grund zur Freude: „Wir sind - auch dank Corona - restlos ausgebucht. Viele Familien haben sich entschieden, ihren Urlaub hier zu verbringen.“

Seit zwei Jahren gibt es jedoch keinen öffentlichen Strandbadbetrieb mehr am Seeufer des Campingplatzes. „Wenn wir alle, die zu uns wollen, reinlassen würden, wird es zu voll. Und dann verlieren wir unsere guten Gäste“, bedauert Fischer, dass nicht für alle Platz ist. „Am Wochenende haben wir es im Augenblick mit richtigen Menschenmassen zu tun.“

Toiletten-Tourismus

Bei den heißen Temperaturen suchen die Badegäste ihr Glück nicht nur am Dülmener, sondern auch an den benachbarten Silberseen. „Hier darf zwar nur im Strandbad gebadet werden, aber die Leute schieben die Barrieren einfach weg. Als wenn wir uns hier im rechtsfreien Raum bewegen. Und viele kommen dann zu uns rüber, weil es dort natürlich keine Toiletten gibt.“

„Wir mussten sogar schon einen privaten Wachdienst engagieren. Denn viele der Besucher lassen sich von uns gar nichts mehr sagen oder beschimpfen uns sogar noch“, erklärt der Campingplatz-Betreiber.

Vermüllung und unzulässiges Parken

Neben der drangvollen Enge an den Seen ärgert er sich aber auch darüber, wie die viel zu vielen Menschen die Zufahrt bis rauf zu seinem Platz restlos vermüllen. „Das haben wir bislang immer alles in eigenen Containern entsorgt.“ Bis zu 3000 Euro habe das im Jahr gekostet.

 „Die Gäste, die aus dem halben Ruhrgebiet kommen, parken, wo sie wollen. Da kommt dann irgendwann niemand mehr durch, auch kein Rettungswagen.“ Etwas Hoffnung mache ihm, dass Dülmen und Haltern nun enger zusammenarbeiten wollen. „Aber ich gäbe viel dafür, wenn wir die Wochenenden einfach aus dem Kalender streichen könnten“, sieht er sorgenvoll auf den heutigen Samstag.

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