Dülmen tut was für Fahrräder
Mehr Sicherheit auf zwei Rädern

Dülmen. Ein Blick auf den aktuellen Unfallatlas des statistischen Landesamtes zeigt: Radfahrer sind in Dülmen häufig in Verkehrsunfälle verwickelt.

Mittwoch, 29.07.2020, 18:00 Uhr
Dülmen tut was für Fahrräder: Mehr Sicherheit auf zwei Rädern
Nicht ganz ohne Risiko: Das einfädeln in den Kreisverkehr an der Münsterstraße. Foto: Marcy

Wenn man die Münsterstraße unmittelbar vor und hinter dem Kreisel nimmt, kommt man auf sechs Unfälle. Bei fünf davon war ein Radfahrer beteiligt. Und nimmt man die komplette Münsterstraße in den Blick, sind zehn Unfälle zu beklagen, acht davon mit Radfahrern.

Ziemlich knubbelig geht es auch in der Vollenstraße zu, die von der Halterner Straße zum Combi-Parkplatz und zum Krankenhaus führt. Vier Zusammenstöße hat es in diesem Bereich 2019 gegeben, alle mit Beteiligung von Fahrrädern.
Auch in Hausdülmen, Hiddingsel, Merfeld und Rorup gab es 2019 Verkehrsunfälle mit zum Teil schweren Folgen. Hier zeichnet sich allerdings im Unfallatlas kein erkennbarer Schwerpunkt ab.
Werner Schwering vom ADFC sieht durchaus noch Luft ach oben, um die Radfahrer in Dülmen besser zu schützen: „Es wäre sehr gut, wenn die Fahrradstraßen, die wir seit drei Jahren diskutieren, endlich auch einmal umgesetzt würden“, meint er. Es werde zu viel darüber gesprochen und zu wenig dafür getan. Außerdem kritisiert er die reinen Schutzstreifen für Radfahrer, wie etwa an der Coesfelder Straße. „Autos parken darauf, Autos fahren darauf. Da kann es schnell zu eng für den Radfahrer werden.“ Die Nutzung des Kreisverkehres an der Coesfelder Straße sei für Radfahrer deutlich besser möglich, als an der Münsterstraße: „An der Münsterstraße müssen sich die Radfahrer sehr kurz vor dem Kreisel in die Fahrbahn einordnen.“

Die Stadt Dülmen hat Fahrradstraßen bereits fest eingeplant. Zunächst sollen vier solcher Straßen, in denen Autos fahren dürfen, die Fahrräder aber Vorrang haben, realisiert werden: Der Haverlandweg zwischen Grenzweg und Bergfeldstraße, die Sendener Straße, der Olfener Weg und schließlich die Overbergstraße zwischen Stolbergstraße und Lohwall. Allerdings müssen sich die Radfahrer noch etwas gedulden: Frühestens im kommenden Jahr rechnet die Stadt mit Fördermitteln für die vier Fahrradstraßen.

Aber André Siemes von der Stadt versichert, dass in Dülmen noch viel mehr für Fahrradfahrer getan werde: „Als eine von sechs Pilotkommunen in NRW hat Dülmen an der Verkehrssicherheits-Kampagne „Liebe braucht Abstand“ teilgenommen. Ziel war es, für ein vorausschauendes, Abstand haltendes Verhalten zu werben.“

Um die Verkehrssicherheit für Radfahrer weiter zu verbessern, wurden zudem neue Radschutzstreifen angelegt, zum Beispiel auf der Coesfelder Straße oder auf der Halterner Straße. „Mehrere Kreuzungen verfügen jetzt über sogenannte Radaufstellstreifen: Die Haltelinie befindet sich vor der Ampel, sodass Radfahrer vor den PKW stehen“, ergänzt Siemes.

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