Bäckereien waren in der heißen Phase der Corona-Krise stark gefordert
Langsame Rückkehr zum Alltag

Dülmen. In der harten Phase der Corona-Krise mussten die Bäckereien nicht schließen. Aber sie hatten viele Herausforderungen zu meistern. Wie es damals war, wollte die DZ wissen.

Donnerstag, 02.07.2020, 20:00 Uhr
Bäckereien waren in der heißen Phase der Corona-Krise stark gefordert: Langsame Rückkehr zum Alltag
Auf frische Brötchen und andere Backwaren mussten die Dülmener in der Corona-Krise nicht verzichten. Für die Bäckereien war es eine Herausforderung, ihr Angebot in dieser ganz und gar ungewohnten Situation aufrechtzuerhalten und anzupassen. Foto: dpa

Keine Kunden in der Innenstadt

Als Innenstadtbäckerei war Grote in besonderer Weise von den Schließungen der Geschäfte, Schulen oder Verwaltungen sowie der Verlagerung von Arbeitsplätzen nach Hause ab Mitte März betroffen. Die Innenstadt war gespenstisch leer, erinnert sich Susanna Grote ungern an diese Zeit. Keine Angestellten oder Schüler, die ihren Mittagssnack in der Bäckerei kauften. Kunden, die lieber bei einem Einkauf drei Brote mitnahmen, statt drei Mal ein Brot - da war es für die Bäcker schwierig zu kalkulieren, was gebacken werden soll und was nachgefragt ist.

Erst Hamsterkäufe, dann Umsatzeinbruch

„Wir produzieren jeden Tag frisch“, gibt Michael Geiping von der Großbäckerei Geiping zu bedenken, dass schnelle Entscheidungen gefragt waren. Noch gut erinnert er sich an die Hamsterkäufe zu Beginn. „Danach gab es dann einen rapiden Umsatzeinbruch.“ Eine Erfahrung, die er mit seinen Kollegen teilt. Was allerdings lange ungewöhnlich stark bei den Kunden nachgefragt war, waren Mehl und Hefe, erinnert sich Beatrix Böckmann von der Bäckerei Böckmann.

Steigende Nachfrage im Wohngebiet

Die Bäckerei im Wohngebiet Luchtkamp war mit einer anderen Entwicklung konfrontiert als die Geschäfte in der Innenstadt. Weil viele Eltern zu Hause arbeiteten, Kinder nicht in der Schule waren, stieg die Nachfrage bei Böckmann. Auch hier hieß es also, das Sortiment blitzschnell anzupassen. „Wir haben uns viel einfallen lassen, um die Kunden anzusprechen“, sagt Beatrix Böckmann. Dafür wurde mit viel Kreativität das Internet genutzt. Dass ihre Mitarbeiterinnen in dieser schwierigen Zeit so toll mitgezogen haben, ist Beatrix Böckmann ein ganz großes Dankeschön wert.

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