Dr. Gregor Dresemann zum Coronavirus
Mit dem Virus leben lernen

Dülmen.  Dr. med. Gregor Dresemann ist als Facharzt für Onkologie in eigener Praxis und am Clemenshospital in Münster tätig. In der Behandlung seiner Patienten, die zur Risikogruppe zählen, hat er eigene Thesen zum Umgang mit der neuen Krankheit Covid-19 entwickelt.

Samstag, 30.05.2020, 10:13 Uhr aktualisiert: 30.05.2020, 10:20 Uhr
Dr. Gregor Dresemann zum Coronavirus : Mit dem Virus leben lernen
Dr. Gregor Dresemann (re.) behandelt siene Patienten auch im Clemenshospital Münster. Foto: Clemenshospital Münster

„Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass das Virus gar nicht alle Menschen infizieren kann. Ich gehe von rund 20 bis 30 Prozent aus, die sich anstecken können.“ Das belegten alle so genannten Hotspots in denen das Virus ausgebrochen sei, etwa in Ischgl, bei Westfleisch oder auch in Heinsberg. Auch seine eigenen Untersuchungen auf Antikörper an rund 80 Probanden unterstützen diese Annahme.

Virus muss andocken können

„So gab es Eheleute, von denen nur eine Person Antikörper aufwies, also die andere sich trotz der identischen Lebensumstände nicht infiziert hatte. Und es gab Geschwister, die jeweils in ihren Ehen nicht infiziert wurden, ihre Partner aber schon“, erklärt der Mediziner in einem ausführlichen Interview in der Samstagsausgabe der Dülmener Zeitung. 

Risikopatienten schützen

Es sei  anzunehmen, dass nur ein kleiner Teil der Gesellschaft die notwendigen Eiweißstrukturen auf ihren Zellen aufweist, an welchen das Corona-Virus andockt. Daher plädiert Dresemann für eine gezieltere Konzentration der Schutzvorkehrungen auf die Riskopatienten.

Dr. Dresemann ist gerne bereit, Fragen der DZ-Leser zu beantworten. Diese können als Email an die Redaktion gesendet werden: redaktion@dzonline.de. Die Zeitung wird - falls genügend Fragen eingehen - Fragen und Antworten in einem späteren Bericht veröffentlichen.

 

 

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