Seelsorge während der Corona-Pandemie
"Vieles fällt weg - was auch wehtut!"

Dülmen. Eines ist auf jeden Fall klar: „Es war noch nie so viel Fastenzeit wie in diesem Jahr“, sagt Pfarrer Peter Nienhaus. Nie wurde in den Wochen vor Ostern auf lieb gewonnene Dinge verzichtet, auf Rituale, Traditionen oder Gottesdienstbesuche. Denn die Corona-Pandemie hat nicht nur dafür gesorgt, dass das öffentliche Leben ruht. Sondern auch dafür, dass keine Gottesdienste, Aktionen und Veranstaltungen in den Gemeinden mehr stattfinden.

Sonntag, 29.03.2020, 19:38 Uhr aktualisiert: 29.03.2020, 22:35 Uhr
Seelsorge während der Corona-Pandemie: "Vieles fällt weg - was auch wehtut!"
Konzerte und Gottesdienste mit Publikum können derzeit in den Kirchen nicht mehr stattfinden. Doch die Gotteshäuser bleiben geöffnet. Foto: privat

„Es fällt viel weg, was auch wehtut“, sagt der Pfarrer von Heilig Kreuz mit Blick auf all die abgesagten Termine.

Neue Wege sind gefragt

In den Gemeinden sind also neue Wege gefragt - und da spielt das Internet eine große Rolle. „Ich stelle jeden Tag einen Impuls auf die Homepage“, berichtet zum Beispiel Ferdinand Hempelmann, Pfarrer der Seelsorgeeinheit Buldern/Hiddingsel.

Musikalisch-spirituelle Gedanken

Ähnlich macht es die Pfarrei St. Viktor, wo zusätzlich Kirchenmusiker Christoph Falley spirituell-musikalische Tagesgedanken in Videoform ergänzt.

Auf der Homepage, Instagram und Facebook von Heilig Kreuz stellt die Gemeinde regelmäßig Impulse, insbesondere zum jeweiligen Sonntag bereit, auch in der Kirche gibt es Auslagen. Trotzdem gibt Pfarrer Markus Trautmann zu: „Ich suche immer noch nach einer Möglichkeit, relativ einfach und unkompliziert ins Gespräch zu kommen.“ Für ihn sei die Fastenzeit normalerweise sehr hektisch, mit vielen Terminen. Für ihn persönlich sei alles nun ziemlich entschleunigt.

Nicht mehr alles in der Hand

Manchmal müssten, Gesellschaft wie Seelsorger, auch akzeptieren, dass man manche Dinge nicht mehr in der Hand habe. Und Nienhaus erinnert daran, dass gerade ältere Menschen auch nicht so vertraut seien mit Online-Angeboten. Trotzdem biete gerade das Telefon zumindest einige Möglichkeiten, im Kontakt zu bleiben: Ganz gezielt würde er derzeit Personen anrufen, berichtet etwa Hempelmann. Statt persönlich vorbeizukommen, wie sonst, gratuliere er nun telefonisch bei runden Geburtstagen, ergänzt Nienhaus.

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