Worte schaffen Grundlage für Terror
Hunderte Dülmener setzen Zeichen gegen Hass und Hetze

Dülmen. Relativ kurzfristig hatten der Deutsche Gewerkschaftsbund, die Grünen und die Parents for Future zu einer Mahnwache nach dem Terroranschlag in Hanau aufgerufen. Doch trotz der widrigen Witterungsbedingungen waren am Sonntagmittag mehrere hundert Dülmener, darunter auch Vertreter der Ratsfraktionen, auf den Marktplatz gekommen, um ein Zeichen gegen Hass und Hetze zu setzen. Organisator Thomas Reinert (Grüne) begrüßte dabei neben Bürgermeisterin Lisa Stemlau auch den Grünen Bundestagsabgeordneten Friedrich Ostendorf aus Bergkamen und den Dülmener SPD-Lantagsabgeordneten André Stinka.

Montag, 24.02.2020, 10:10 Uhr aktualisiert: 24.02.2020, 14:28 Uhr
Worte schaffen Grundlage für Terror: Hunderte Dülmener setzen  Zeichen gegen Hass und Hetze
Hunderte Dülmener waren am Sonntag zur Mahnwache auf den Marktplatz gekommen. Foto: Stief

Stremlau erklärte in ihrem Grußwort, dass sie als junge Frau die Älteren oft gefragt hätte, wie die Nazi-Gräuel überhaupt möglich gewesen seien. „Oft bekam ich zur Antwort, man hätte davon nichts gewusst. Aber heute können wir nicht mehr sagen, dass wir nichts gewusst hätten.“
Ostendorf sah die Mahnwache als Zeichen der Anteilnahme für die Terroropfer in Hanau „und die neun Angehörigen-Familien, die so viel Leid ertragen mussten.“ Der DGB-Ortsverbandsvorsitzende Ortwin Bickhove-Swiderski machte deutlich, dass man in Dülmen nicht auf einer Insel der Glückseligen wohne, „denn erst vor Kurzem hat die NPD hier ihre Propaganda betrieben und in Merfeld hat mit Franz von Papen ein Steigbügelhalter von Adolf Hitler gelebt.“

Hitzbanner im Stadion

In den Fußballstadien haben die Fans zwar ein Zeichen gegen Gewalt gesetzt, doch auf Schalke hätte die Gedenkminute nur einige Sekunden gedauert und in Gladbach wurden widerliche Hetzbanner gegen Dietmar Hopp gezeigt.
Stinka mahnte, dass durch Worte oft die Grundlage für Terrortaten wie die in Hanau gelegt würden. Florian Kübber (Grüne) war zur Zeit des Anschlags mit einer Schülergruppe in Auschwitz und hält Aufklärungsarbeit gegen das Vergessen für wichtig. Lotte Volkhardt (Parents for Future) erinnerte daran, „dass wir hier nicht zu den diskriminierten Minderheiten gehören“ und Dülmener gegen rechts auch bunt sind. Zum Abschluss der Mahnwache wurde von den Teilnehmern mit Blumen und Kerzen ein Zeichen der Anteilnahme gesetzt.

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