Wie sich das Munitionsdepot Visbeck verändern soll
Vom Waffenlager zum Lernort

Dülmen. Das Interesse am Munitionsdepot Visbeck ist groß  -auch bei Wissenschaftlern. Zwei Experten stellten nun im Kulturausschuss vor, welche Pläne sie für das frühere Waffenlager haben.

Donnerstag, 20.02.2020, 19:30 Uhr
Wie sich das Munitionsdepot Visbeck verändern soll: Vom Waffenlager zum Lernort
Von hohem Denkmalwert ist das ehemalige Munitionsdepot in Visbeck. Foto: Shaikh

Gekauft hatte die Stadt Dülmen das Gelände des ehemaligen Munitionslagers in Visbeck ausschließlich als ökologische Ausgleichsfläche. Und so war Bürgermeisterin Lisa Stremlau „zunächst sehr skeptisch“ gegenüber allen Vorschlägen für eine weitergehende Nutzung des Geländes.

Doch inzwischen hätte das Interesse an einer Erinnerungskultur im Munitionslager durch das LWL-Denkmalsamt und die Uni Münster „eine solche Dynamik bekommen, dass ich mittlerweile richtig stolz bin“, so Stremlau im Kulturausschuss.

Dort stellten am Mittwochabend Dr. Wilhelm Bauhus (Arbeitsstelle Forschungstransfer) und Dr. Martin Jungwirth (Zentrum für Lehrerbildung) ihre Ideen für die zukünftige Nutzung vor. Den beiden Wissenschaftlern schwebt ein sogenannter „Transformationsort Visbeck“ vor - ein Ort, der Geschichte und Ökologie verbindet. Interessiert verfolgte auch ein Student aus Hiroshima die Vorstellung des Projektes im Ausschuss.

Von Weltpolitik bis Heimatkunde

Generalmajor a.D. Robert Bergmann fasziniert an dem Projekt, „dass hier ein Spannungsbogen von der Weltpolitik bis zur Heimatkunde geschaffen werden soll und zusätzlich noch Ökopunkte gesammelt werden können.“ Nachdem Bauhus zusammen mit der Volkshochschule beim Projekt „Leben im Kalten Krieg im Münsterland“ eine hohe Meinung vom bürgerschaftlichen Forschen in Dülmen bekommen hat, sollen auch beim Transformationsort Visbeck neben der VHS das Stadtarchiv, der Heimatverein und das LWL-Denkmalamt als Kooperationspartner gewonnen werden. So könnte die VHS die Führungen durch einen „Fieldguide“ organisieren, nachdem aktuell bereits 200 Interessierte auf der Warteliste für die Begehungen des Geländes mit Bergmann stehen.

Nachdem das frühere Sondermunitionslager Ostbevern-Schirlheide inzwischen Privatbesitz ist und kaum noch als solches zu erkennen sei, „ist Visbeck noch erhalten und hat einen besonderen Denkmalwert“, so Bauhus.

Außerschulischer Lernort

Sein Kollege Jungwirth sieht Visbeck auch als „außerschulischen Lernort“, nachdem er das Gelände im September mit Lehrern und Wissenschaftlern besichtigt hatte. „So etwas hätten wir auch gerne“, bekam er damals zu hören und sieht als Themenfelder die politische und militärische Entwicklung, aber auch Konversion und Nachhaltigkeit.

So könnten kleine Schüler- oder Lehrergruppen zum Beispiel in einer der alten Unterkünfte Seminare zu einem der Themen veranstalten oder vor Ort beim „Bioblitz“ Pflanzen bestimmen oder einen Wettbewerb im Vogelzählen veranstalten. Und dies dürfte sich auch eher positiv auf die Dülmener Ökopunktebilanz auswirken.

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