In Hausdülmen startete die Biomüll-Kontrolle
179 Tonnen - und nur 15 rote Zettel

Dülmen. Die Biotonnen werden seit dieser Woche von den Wirtschaftsbetrieben Kreis Coesfeld auf die richtige Sortierung geprüft. Nun gibt es ein erstes Fazit.

Freitag, 07.02.2020, 20:00 Uhr
In Hausdülmen startete die Biomüll-Kontrolle: 179 Tonnen - und nur 15 rote Zettel
Foto: dpa

Diese Woche war es soweit: Die Biotonnen werden auf richtige Sortierung kontrolliert. Zwei Kontrolleure schauen sich vor der Abholung des Biomülls die Tonne genau an (DZ berichtete). In Hausdülmen sind sie damit schon fertig. „Bei 179 kontrollierten Tonnen gab es nur 15 Beanstandungen. Das sind weniger als zehn Prozent“, freute sich Matthias Bücker, Pressesprecher der Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld GmbH.

Gute Nachrichten

„Es wird nicht nur der Deckel aufgemacht und oberflächlich geschaut“, betonte Bücker. „Die Kontrolleure haben spezielle Geräte, mit denen sie auch die unteren Schichten der Behälter sichten können.“ Das ist für viele Verbraucher eine gute Nachricht, denn oft gab es Bedenken, wenn Mülltonnen frei zugänglich vor dem Haus stehen. „Es kann ja schon mal vorkommen, dass Passanten im Vorbeigehen Müll in fremde Tonnen werfen, der dort nicht hineingehört. Das berücksichtigen wir natürlich“, so Bücker.

Problem: Tonnen der Mehrparteienhäuser

Was trotzdem ein großes Problem darstelle, seien Biotonnen, die zu Mehrparteienhäusern gehören. „Wenn diese falsch befüllt werden, sind natürlich alle Nutzer in die Pflicht, dies zu verhindern. Einzelfälle können wir nicht nachprüfen.“ Gibt es zu viele Fehlwürfe in einer Tonne, wird ein roter Anhänger angebracht und sie bleibt ungeleert stehen. „Die Tonnen werden dann nach zwei Wochen nachkontrolliert und sollte noch immer keine Sortierung erfolgt sein, wird wieder nicht geleert“, betonte Bücker. „Das bedeutet dann zusätzliche Kosten für den Verbraucher.“

Hohe Umweltanforderungen und Plastikteilchen

Doch wozu eigentlich das Ganze? Die gestiegenen Umweltanforderungen seien ein Grund. Und: „Das Entsorgungsunternehmen Remondis, das hier für die Aufbereitung und den Weitervertrieb des Bioabfalls zuständig ist, bemängelt schon seit Längerem die hohe Fehlwurfrate in den Biomülltonnen“, erklärte Bücker. Der Kompost, der von Remondis aus dem Abfall gewonnen wird, sei zunehmend mit Kleinstteilchen des Verpackungsmülls angereichert.

"Dann kommt nur noch die Verbrennung"

Der Entsorger habe in der Vergangenheit große Mengen des Biomülls neu sortieren müssen und „manche Komposte sind aufgrund mangelhafter Qualität sogar zurückgeholt worden.“ Diese wurden dann erneut gefiltert. „Oft gibt es auch den Fall, dass der vermeintliche Biomüll so viele Fehlwürfe enthält, dass nur noch die Verbrennung in Frage kommt.“ Und das sei dann doppelt so teuer wie das Aufbereiten.

Aufklärung nicht geglückt

Die Wirtschaftsbetriebe versuchten zuletzt häufig, die Bevölkerung über die Zustände aufzuklären. „Das scheint jedoch leider nicht bei allen angekommen zu sein“, bedauerte der Pressesprecher. „Die Kontrollen sind nun die letzte Maßnahme.“ Und dann? „Dann könnte es passieren, dass der Entsorger Anlieferungen aus bestimmten Gebieten einfach zurückweist.“

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