Justiz prüft Altfälle
Erzieherin und Ehemann unter Verdacht

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf befasst sich erneut mit den mehrere Jahre zurückliegenden Vorwürfen des schweren sexuellen Missbrauchs gegen ehemalige Kinder des Martin Luther Kindergartens. Durch eine Aussage im vergangenen Jahr gerieten die Einrichtungsleiterin sowie ihr Ehemann unter Tatverdacht.

Freitag, 17.01.2020, 14:25 Uhr aktualisiert: 19.01.2020, 23:57 Uhr
Justiz prüft Altfälle: Erzieherin und Ehemann unter Verdacht
Die Staatsanwaltschaft prüft alte Missbrauchsvorwürfe gegen eine Dülmener Erzieherin Foto: Archiv

Neue Erkenntnisse

In diesem teilweise bereits eingestellten Verfahren hatte die Staatsanwaltschaft Münster zuletzt neue Erkenntnisse, die auf Angaben eines der mutmaßlich geschädigten Kinder zurückgehen, gewonnen. Der Junge hatte 2019 in einem Stalking-Prozess von seinen persönlichen Erfahrungen in dem Dülmener Kindergarten berichtet. Diese Aussagen belasten die Kindergartenleiterin, aber auch deren Ehemann, schwer.

Die nunmehr durch die Staatsanwaltschaft Düsseldorf fortgesetzte Prüfung der Missbrauchsvorwürfe hat die Ermittlungebehörde dann dazu veranlasst, die Ermittlungen gegen die damals beschuldigte Einrichtungsleiterin wieder aufzunehmen. Das Justizministerium wollte eine Staatsanwaltschaft mit den Fällen befassen, die bislang noch nicht in die Ermittlungen einbezogen war. Deshalb kamen die Akten jetzt nach Düsseldorf.

Keine neuen Beschwerden

Die Erzieherin ist derzeit vom Dienst suspendiert. Seit 2012 ist keine einzige neue Beschwerde gegen die nun wieder unter Verdacht stehende Erzieherin bekannt geworden, die seither laut Auskunft ihres Arbeitgebers die Einrichtung auch sehr gut geleitet habe.

Die Beschuldigte selbst hatte stets alle Vorwürfe als unbegründet zurückgewiesen und ihrerseits Verleumdungsklagen gegen die Eltern der Kindergartenkinder erwirkt.

Weitere Angaben will die Staatsanwaltschaft wegen der laufenden Ermittlungen derzeit nicht machen.

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