Ermittlungsverfahren wieder aufgenommen
Kita-Leiterin vom Dienst freigestellt

Dülmen. Der Fall schien seit sieben Jahren endgültig erledigt: Damals wurden schwere Missbrauchsvorwürfe gegen eine Dülmener Erzieherin erhoben. Die Staatsanwaltschaft Münster stellte das Verfahren noch vor einem gerichtlichen Strafprozess ein.

Donnerstag, 16.01.2020, 13:13 Uhr aktualisiert: 16.01.2020, 17:22 Uhr
Ermittlungsverfahren wieder aufgenommen: Kita-Leiterin vom Dienst freigestellt
Foto: dpa

Am Donnerstag teilte der Trägerverbund der Kindertagesstätten des Evangelischen Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken mit: Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat gegen die Leiterin des Martin-Luther-Kindergartens ein Ermittlungsverfahren wieder aufgenommen. Die Frau wurde mit sofortiger Wirkung vom Dienst freigestellt.

Wiederaufnahme des Verfahrens

Die Wiederaufnahme bezieht sich laut Mitteilung des Kirchenkreises auf das im Jahr 2012 von der Staatsanwaltschaft Münster durchgeführte Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch, das seinerzeit mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt wurde. Neue Vorwürfe gegen die Einrichtungsleiterin sind aktuell nicht bekannt. Nach DZ-Informationen drängte des Landesjustizministerium auf die Wiederaufnahme der Ermittlungen.

Landesjugendamt hat Schritt empfohlen

Der Trägerverbund hat die Leiterin der Einrichtung beurlaubt. Das LWL-Landesjugendamt Westfalen hat dem Trägerverbund diesen Schritt als zuständige Aufsichtsbehörde empfohlen. „Weitere Auskünfte des Trägerverbundes sind zum jetzigen Zeitpunkt aufgrund des laufenden Verfahrens nicht möglich“, bittet Maleen Knorr vom Öffentlichkeitsreferat des Kirchenkreises um Verständnis.

Eltern am Morgen informiert

Die Eltern, deren Kinder die Einrichtung besuchen, seien am Morgen per Brief über die Entwicklung in Kenntnis gesetzt worden. Eltern, die ihr Kind an dem Tag nicht in die Einrichtung brachten, seien telefonisch informiert worden, so Knorr. Am Abend soll ein Elternabend stattfinden.

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat für Freitag weitere Informationen zu der Frage angekündigt, warum sie diesen eigentlich abgeschlossenen Fall nun wieder aufgerollt hat, und warum die Federführung jetzt in Düsseldorf liegt.

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