Bezirksbrandmeister Donald Niehues zu Waldbränden in Australien
"Das Tückische ist die Geschwindigkeit"

Dülmen. Bezirksbrandmeister Donald Niehues aus Dülmen beobachtet die Buschfeuer in Australien mit wachsender Sorge. Er selbst war bei Großeinsätzen, zum Beispiel beim Moorbrand im Amtsvenn als Einsatzleiter dabei und kennt daher die Anforderungen der Wehrleute. DZ-Redaktionsleiter Markus Michalak sprach mit ihm über die Feuer in Australien.

Donnerstag, 16.01.2020, 18:05 Uhr aktualisiert: 16.01.2020, 18:10 Uhr
Bezirksbrandmeister Donald Niehues zu Waldbränden in Australien: "Das Tückische ist die Geschwindigkeit"
Bezirksbrandmeister Donald Niehues war bei mehreren Großereignissen als Einsatzleiter dabei. Foto: Jürgen Primus

Sicherheit steht an erster Stelle

Seit Monaten sind die verheerenden Buschfeuer in Australien nicht unter Kontrolle zu bekommen. Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie an die Kameraden vor Ort denken?
Donald Niehues: Bei allen Entscheidungen der örtlichen Einsatzleiter muss die Sicherheit der Kameraden und Kameradinnen vor Ort an erster Stelle stehen, wenn es darum geht, Menschenleben zu retten oder erhebliche Sachwerte zu schützen. Eine zumeist sehr schwere Entscheidung, um die keiner zu beneiden ist.
Wäre es nicht längst an der Zeit, dass die internationale Gemeinschaft sich an der Bekämpfung dieser Buschbrände beteiligt?
Niehues: Entsprechende Angebote der Europäischen Union gibt es. Letztlich liegt es in der Verantwortung des betroffenen Landes, internationale Hilfe anzufordern. Insbesondere die EU befindet sich in umfangreichen Planungen, um Hilfsmaßnahmen innerhalb der Union und darüber hinaus sicherstellen zu können.

Geschwindigkeit ist tückisch

Was macht die Waldbrände so tückisch?

Niehues: Das Tückische an den Waldbränden ist zu einem großen Teil die Geschwindigkeit, mit der sich ein Waldbrand ausbreitet. Starke Winde treiben das Feuer mit großer Geschwindigkeit voran. Den Einsatzkräften wird es so schwer gemacht, das Feuer einzugrenzen. Vielen Älteren sind die Niedersachsen-Waldbrände im Jahr 1975 in guter Erinnerung. Neben dem Einsatz von Feuerwehren aus ganz Deutschland hat hier die Bundeswehr mit Panzern zum Erfolg beigetragen. Hier wurden breite Schneisen, weit vor dem Feuer, in die Wälder geräumt. Eine weitere Ausbreitung wurde verhindert.

Das ausführliche und umfangreiche Interview erscheint am Freitag in der DZ.

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