VHS-Seminar will weiblichen Kandidaten Mut zum politischen Engagement machen
Frauen sollen sich einmischen

Dülmen. Es gibt zu wenig Frauen in der Politik. In Dülmen finden sich acht Frauen im Stadtrat, die Bürgermeisterin mit eingerechnet. Ihnen sitzen 37 Männer gegenüber. In den Ausschüssen liegt die Frauenquote bei 27 Prozent. Das Seminar „Starke Frauen - Starke Kommunen“ an der VHS Dülmen will für das Thema sensibilisieren.

Mittwoch, 08.01.2020, 19:00 Uhr
Marianne Fuhr (oben, 2.v.r.) ist selbst noch Studentin und 22 Jahre alt. Doch damit eignet sich die Journalismus-Studentin ausgezeichnet, um Frauen Mut zu machen, sich politisch zu engagieren. Das VHS-Projekt wird vom Land NRW gefördert.
Marianne Fuhr (oben, 2.v.r.) ist selbst noch Studentin und 22 Jahre alt. Doch damit eignet sich die Journalismus-Studentin ausgezeichnet, um Frauen Mut zu machen, sich politisch zu engagieren. Das VHS-Projekt wird vom Land NRW gefördert. Foto: Katharina Waterkamp

Dülmen. In diesem Jahr stehen Kommunalwahlen an. Eine Kandidatin für die Nachfolge von Bürgermeisterin Lisa Stremlau ist nicht in Sicht. Und nach dem Abschied von Sozialdezernentin Christa Krollzig dürften im Verwaltungsvorstand im Rathaus Männer künftig ganz unter sich sein.

Acht Frauen im Dülmener Stadtrat

Auch beim Blick in Stadtrat und Ausschüsse wird klar: Es gibt zu wenig Frauen in der Politik. In Dülmen finden sich acht Frauen im Stadtrat, das sind 18 Prozent, die Bürgermeisterin mit eingerechnet. Ihnen sitzen 37 Männer gegenüber. In den Ausschüssen liegt die Frauenquote bei 27 Prozent.

Das Problem der männlichen Dominanz hat auch das Land NRW erkannt und fördert das Seminar „Starke Frauen - Starke Kommunen“ an der VHS Dülmen. Hier bereiten sich Teilnehmerinnen auf ein Mandat vor.

Ihren ersten Kontakt zur Kommunalpolitik hatte Marie Fuhr mit 15 Jahren. Als Schülersprecherin nahm sie an Schulausschüssen in Kamen teil. „Da habe ich gemerkt, dass man was bewegen kann“, sagt die 22-Jährige. Inzwischen studiert Marie Fuhr Journalismus. Seit November leitet sie den Kurs zur „Qualifizierung von Frauen auf kommunalpolitische Aufgaben“.

„Frauen engagieren sich oft in Kitas und Schulen“, sagt Gunda Mühlenfeld-Anders von der VHS. „Sie vollziehen aber oft nicht den Transfer zur gesellschaftlichen Interessenvertretung.“

Seminare

Deshalb sollen die Kursteilnehmerinnen mit der jungen Referentin lernen, wie Kommunalpolitik und Gremienarbeit funktionieren, wie sich die Frauen ein eigenes politisches Profil erarbeiten, wie sie ihren Redebeitrag nach vorne bringen und ihren Standpunkt in der Öffentlichkeit präsentieren. Und auch, wie sie mit Kommentaren von Rechts und Fake News umgehen.

Nicht nur wegen ihrer Erfahrung, sondern auch wegen ihres Alters leitet Fuhr die Seminare. „Wir haben bewusst eine ganz junge Referentin genommen“, sagt VHS-Leiterin Esther Joy Dohmen. Denn kommunale Parlamente leiden nicht nur unter einem Frauenmangel, sondern auch unter Überalterung. So ist die Mehrzahl der Stadtverordneten in Dülmen jenseits der 50.

„Es fehlen die 30- bis 45-Jährigen“

„Es fehlen die 30- bis 45-Jährigen“, bestätigt Bürgermeisterin Lisa Stremlau. Sie war bereits 45, als sie begann, sich in der SPD zu engagieren. 1999 wurde sie stellvertretende Bürgermeisterin, erst mit 60 hauptamtliche Bürgermeisterin.

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