Bäcker laufen Sturm gegen neue Regelung
Was die Bonpflicht bedeuten würde

Dülmen. Die Dülmener Bäcker wehren sich gegen die Bonpflicht, die zum 1. Januar 2020 kommen wird. Was die neue Regelung bedeuten würde, zeigten sie eindrucksvoll auf dem Wochenmarkt - mit Kartons voller Bons.

Freitag, 13.12.2019, 18:30 Uhr aktualisiert: 13.12.2019, 18:40 Uhr
Bäcker laufen Sturm gegen neue Regelung: Was die Bonpflicht bedeuten würde
Das kommt dabei raus: Susanna Grote, Marc Merfeld und Andreas Böckmann (v.l.) präsentieren die Menge an Bons, die bei einer Bonpflicht im Laufe eines Tages beziehungsweise von vier Stunden in einem einzigen Bäckerladen anfallen würden. Foto: Marcy

Zwei Mal ein Karton voll, ein Mal eine Tüte: Susanna Grote von der Bäckerei Grote, Andreas Böckmann (Bäckerei Böckmann) und Marc Merfeld (Bäckerei Merfeld) sind am Freitagvormittag mit Kisten voller Kassenbons unterwegs zum Wochenmarkt. Die wollen sie dem SPD-Landtagsabgeordneten André Stinka übergeben, der an diesem Vormittag Plätzchen auf dem Markt verschenkt. Doch die Drei haben Pech, Stinka ist nicht mehr da.

So viele Bons kommen in kurzer Zeit zusammen

So kann er buchstäblich nicht Schwarz auf Weiß sehen, was die „Bonpflicht für alle“, die 2020 in Kraft treten soll, für die Bäckereien bedeutet. Denn Andreas Böckmann und Susanna Grote haben die Probe aufs Exempel gemacht und in ihren Kisten die Bons gesammelt, die innerhalb eines Tages in einem Bäckereifachgeschäft anfallen. Marc Merfeld hat in seiner Plastiktüte die Bon-Ausbeute von vier Stunden dabei - gesammelt hat er sie in der Zeit von sechs bis zehn Uhr am Vormittag.

Für die Bäckermeister in Dülmen ist die Bonpflicht in ihren Gewerbe eine Lachnummer - nur eine, über die sie nicht lachen, sondern sich nur ärgern können. Denn einen Bon können die Kunden bei Bedarf - etwa bei großen Einkäufen oder Besorgungen für andere - schon jetzt bekommen.

Bons müssen in den Restmüll  - nicht in die Papiertonne

Eine Möglichkeit, von der nur ein ganz geringer Prozentsatz Gebrauch mache, sagen die Bäcker. Somit werden sie ab nächstem Jahr jede Menge Kassenzettel ausdrucken, die die meisten Kunden gar nicht wollen und die Bäcker dann in den Restmüll werfen. Denn in den und nicht in die Papiertonne gehören die mit Thermodrucker ausgedruckten Kassenzettel, ärgern sie sich.

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