Stadt legt Konzept zum Schutz von Großveranstaltungen vor
Mehr Sicherheit vor Terror

Dülmen. Die Stadt befasst sich vermehrt mit der Sicherung öffentlicher Veranstaltungen. Nun hat die Verwaltung ein Konzept ausgearbeitet, das die Sicherheit der Veranstaltungen durch die dauerhafte Installation von Pollern gewährleisten soll.

Montag, 09.12.2019, 20:15 Uhr aktualisiert: 09.12.2019, 20:20 Uhr
Stadt legt Konzept zum Schutz von Großveranstaltungen vor: Mehr Sicherheit vor Terror
Großveranstaltungen in Dülmens Innenstadt sollen in Zukunft noch besser gesichert werden. Foto: Marcy

Seit den blutigen Anschlägen auf den Berliner Weihnachtsmarkt von 2016 und dem Amokfahrer in Münster 2018 setzt auch die Stadt Dülmen vermehrt auf die Sicherung öffentlicher Veranstaltungen. Bislang - so auch beim aktuellen Dülmener Weihnachtsmarkt - kommen mobile Sperren, die unter dem Namen „Freiburger Kegel“ bekannt sind, zum Einsatz.

Nun hat die Verwaltung ein Konzept ausgearbeitet, das die Sicherheit öffentlicher Veranstaltungen in Zukunft durch die dauerhafte Installation von Pollern bestmöglich gewährleisten soll. Hierbei sollen sowohl versenkbare als auch dauerhafte Poller zum Einsatz kommen.

Drei Kategorien

Hierfür hat die Stadt die öffentlichen Großveranstaltungen in der Innenstadt zunächst in drei Kategorien unterteilt.

Kategorie I meint die Veranstaltungen, die sich auf Marktstraße (von der Borkener Straße bis zur Coesfelder Straße) sowie auf der Viktorstraße und dem Marktplatz abspielen. Also zum Beispiel Dülmener Winter mit Weihnachtsmarkt, Bürgertreff ohne Blaulichtmeile oder Public Viewing.

Kategorie II meint Großveranstaltungen, in welchen außer den oben genannten Straßen auch noch die Coesfelder Straße mit einbezogen ist. Insbesondere Frühlingsmarkt, Kartoffelmarkt, Kinderflohmarkt oder Bürgertreff mit Blaulichtmeile.

Kategorie III schließt zusätzlich die Münsterstraße mit ein, wie auf den großen Kirmessen.

Erhebliche Kosten

Wie immer die Politik entscheidet: Mit dauerhaften Pollern kämen erhebliche Kosten auf die Stadt zu. Allein 24 Poller müssten aufgestellt werden, um nur die Kategorie I vor Amok-Fahrern zu beschützen.

Zwölf davon zwischen Marktstraße und Borkener Straße (drei versenkbar), vier auf der Alten Borkener Straße, zwei zwischen Marktgasse und Marktstraße sowie sechs (zwei versenkbar) auf der Coesfelder Straße. Das klappt aber nur, wenn diese Fußgängerzone bleibt, anderenfalls müssten alle Poller für den Straßenverkehr versenkbar sein. Für diese Schutzmaßnahmen würden Kosten in Höhe von mehr als 300.000 Euro anfallen.

Sieben weitere Poller müssten installiert werden, wollte man auch die Veranstaltungen der Kategorie II dauerhaft schützen. Diese müssten zusätzlich an der Einmündung der Coesfelder zur Münsterstraße aufgestellt werden und sollten allesamt versenkbar sein. Das würde zusätzliche Kosten in Höhe von 150.000 Euro verursachen.

Wollte man auch noch die Münsterstraße bei Kirmesveranstaltungen sichern, kämen 17 versenkbare Poller für 330.000 Euro hinzu. Dem stehen regelmäßige Kosten in Höhe von 500 Euro für das Aufstellen und Abräumen der Freiburger Kegel gegenüber. Da die Mehrkosten vergleichsweise hoch sind, rät die Verwaltung, zunächst nur die Poller für Veranstaltungen der Kategorie I anzuschaffen.

Ob auch die Coesfelder Straße zusätzlich geschützt werden soll, solle beraten werden, wenn klar ist, ob diese Straße eine Fußgängerzone bleibt. Kategorie III - also die Münsterstraße - solle aus Kostengründen verworfen werden.

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