Schüler sprechen über den Holocaust
Erinnerung an die Nachbarn

Dülmen. Es hat schon Tradition: Zum Jahrestag der Reichspogromnacht erinnern Schüler der Hermann Leeser Realschule, wie es jüdischen Mitbewohnern in Dülmen unter der Terrorherrschaft der Nazis ergangen ist.

Freitag, 08.11.2019, 12:50 Uhr aktualisiert: 08.11.2019, 15:02 Uhr
Schüler sprechen über den Holocaust: Erinnerung an die Nachbarn
Schüler der Hermann-Leeser Realschule erinnerten an die Zeit der Judenverfolgung in Dülmen. Foto: Michalak

An jedem Stolperstein wird die Geschichte eines Dülmeners lebendig. Wird vorgetragen, welches Unrecht den Juden auch mitten unter uns angetan worden ist. Durch die Geschichten über Menschen, welche die Schüler zusammengetragen haben, und die sie jetzt vortragen, werden auch Passanten immer wieder aufmerksam. Und wer will, der kann erfahren, was jüdischen Dülmenern widerfahren ist.

Weiße Rosen niedergelegt

"Es geht uns aber nicht nur darum, zu erinnern. Wir wollen auch immer wieder bewusst machen, dass es auch heute zu Hass und Ausgrenzung zwischen den Menschen kommen kann. Und was man dagegen tun kann", erklärt Dr. Andrea Peine, welche die Schüler am Freitag durch die Innetsadt begleitet, die weiße Rosen an jedem Stolperstein niederlegen.

Versöhnung nach 40 Jahren

Helga Becker-Leeser, eine Tochter von Hermann Leeser, war eine, die in ihrer Kindheit aus Dülmen vertrieben wurde. Sie ist kürzlich verstorben. Mit ihr haben die Schüler ein Buch erarbeitet, welches die jüdische Kindheit der Leeser-Schwestern in Dülmen in der NS-Diktatur nachzeichnet. Ihr Sohn Joost und ihre Schwester Ingrid haben Grußworte geschickt zum Schülerprojekt. Und nach 40 Jahren hat sich auch Ingrid, die eigentlich nie wieder nach Deutschland zurückkehren wollte, wo ihrer Familie so viel Unrecht geschah, mit den Deutschen versöhnt. Nicht zuletzt dank der Arbeit der Hermann-Leeser-Schüler.

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