Dorfladen Merfeld zieht Bilanz
Schwarze Null schon im ersten Jahr

Merfeld. Diese Bilanz kann sich sehen lassen: Viel früher als erwartet hat der Merfelder Dorfladen eine schwarze Null geschrieben, erfuhren jetzt die Gesellschafter. Und aus Sicht von Berater Wolfgang Gröll ist der Dorfladen auch gut für die Umwelt.

Donnerstag, 12.09.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 13.09.2019, 10:11 Uhr
Dorfladen Merfeld zieht Bilanz: Schwarze Null schon im ersten Jahr
Der Dorfladen Merfeld steht ein knappes Jahr nach seiner Eröffnung wirtschaftlich solide da. Foto: Kristina Kerstan

Nein, eine Goldgrube ist der Dorfladen in Merfeld noch lange nicht. Und dennoch war der externe Berater Wolfgang Gröll voll des Lobes für das Merfelder Projekt.

„Ich benutze Bilder von Ihrer Service-Theke als Positiv-Beispiel für andere Dorfläden“, erklärte der Mann aus Bayern, der bundesweit zum Thema berät, am Mittwochabend bei der Gesellschafterversammlung im Restaurant Korfu.

Schwarze Null kommt früher als erwartet

Viel früher als prognostiziert habe der Dorfladen Merfeld eine schwarze Null geschrieben, berichtete der Berater. Und auch ein bereits zugesagter Kredit in Höhe von 30.000 Euro musste zur Anschubfinanzierung gar nicht erst in Anspruch genommen werden.

Dass derzeit trotz aller Anstrengungen unterm Strich Verluste zu verbuchen sind, sei völlig normal: „Ein Zug braucht auch die doppelte Energie, wenn er aus dem Bahnhof heraus auf 30 Stundenkilometer beschleunigt, als wenn er 100 Stundenkilometer halten muss.“ Und es gab seit der Gründung eben schon Monate, da schrieb der Merfelder Dorfladen eine schwarze Null.

Das sind die Ziele bis 2022

„Wir sind ein ganzes Stück weit den Berg hinauf gekommen, aber es ist eben auch noch ein guter Weg bis zur Spitze“, fasste Geschäftsführerin Katja Redlich das erste Geschäftsjahr zusammen. Tatsächlich strebt der Dorfladen eine Umsatzsteigerung von derzeit 500.000 Euro auf knapp 547.000 Euro in 2022 an, so eine Prognose des Beraters.

Großer Dank an alle Unterstützer

Ortsvorsteher Helmut Temming dankte allen Unterstützern dafür, dass der Dorfladen durch ihren Einsatz zu einem Erfolgsmodell geworden sei.

Tatsächlich ist das Sortiment des kleinen Ladens beeindruckend: Regionale Spezialitäten, Fleisch, Wurst und Käse, dazu Getränke, Tiefkühlkost und Haushaltswaren. Außerdem finden die Kunden im Eingangsbereich frisches Obst und Gemüse.

Warum der Dorfladen gut für die Umwelt ist

Neben der Rendite sah Gröll einen weiteren Gewinn durch den Dorfladen: „Die Lebensmittel kommen aus der Region, die Mitarbeiter haben kurze Wege und die Kunden auch. Unter dem Strich können Sie davon ausgehen, dass der Dorfladen im Vergleich zum Supermarkt 10.000 Tonnen CO2 pro Jahr einspart.“

Kritik vom ehemaligen Geschäftsführer

Ein wenig Wasser in den Wein goss der ehemalige Geschäftsführer, Antonius Winkelmann. Ihm erscheinen die Anschubinvestitionen zu hoch, die Verkaufspreise zu niedrig und die Einkaufspolitik verbesserungswürdig. Außerdem schreibe der gleichzeitig gestartete Dorfladen in Vinnum schwarze Zahlen. Das solle Gröll doch einmal erklären.

Der weigerte sich, konkrete Vergleichszahlen zu nennen. Das verbiete der Datenschutz. Alfred Bernitzke aus dem Dorfladen-Beirat stellte aber klar, dass die Vinnumer ganz anders bilanzieren, sodass sich die Jahresergebnisse gar nicht vergleichen ließen.

Die Gesellschafter entlasteten die Geschäftsführung einstimmig und bestätigten Temming und Bernitzke einstimmig im Beirat.

Feier zum einjährigen Bestehen

Am Samstag, 12. Oktober, feiert der Dorfladen sein einjähriges Bestehen. Regionale Spezialitäten werden an Ständen präsentiert, ein Markt für Kinderbekleidung und Spielsachen sowie ein Dreh am Glücksrad werden geboten. Für Kaltgetränke ist ab 10 Uhr rund um den Dorfladen ebenfalls gesorgt.

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