Acht Monate durch Südamerika
Zwei Abenteurer aus Merfeld

Merfeld. Sebastian Growe und Sophie Löbbering waren überwältigt. Einerseits von den Eindrücken, die sie auf ihrer achtmonatigen Reise durch fünf mittel- und südamerikanische Staaten gesammelt haben. Und andererseits von der Überraschungsparty, die nach ihrer Rückkehr in Merfeld auf sie wartete. „Endlich sind sie wieder da“ brachte Schwester Louisa es auf den Punkt.

Montag, 02.09.2019, 20:06 Uhr aktualisiert: 02.09.2019, 20:30 Uhr
Acht Monate durch Südamerika: Zwei Abenteurer aus Merfeld
Sebastian Growe und Sophie Löbbering sind nach einer abenteuerlichen Reise durch Südamerika zurück in Merfeld. Foto: Bücker

Denn die Reise war alles andere als ein Komfort-Urlaub. „Wir haben uns wirklich durchgeschlagen. Entweder sind wir getrampt oder mit Bus und Bahn gefahren“, berichtet der Merfelder über das geplant nachhaltige Vorwärtskommen. „Sogar bei der Reise nach Costa Rica haben wir uns nach Schiffsverbindungen umgesehen, um auf die Flüge zu verzichten.“

Dann doch geflogen

Schließlich sei der zeitliche Aufwand aber zu groß gewesen. Vom letzten Reiseland Kolumbien waren die beiden dann zunächst nach München geflogen, um in Regensburg die Familie von Sophie Löbbering zu überraschen.

Von hier aus setzen sie die „nur noch“ 600 Kilometer lange Rückreise mit dem Fahrrad fort. Am Dülmener See schließlich wurden sie von der Familie empfangen, um die letzten Kilometer gemeinsam zurückzulegen.

Frage nach erfülltem Leben

„Vor dem Einstieg in das Berufsleben wollten wir für uns eine Antwort auf die Frage nach einem erfüllten Leben finden“, berichtet Sebastian Growe. Und seine Freundin ergänzt, dass die Auseinandersetzung mit Themen wie dem Klimawandel, dem Nord-Südgefälle des Wohlstands und nicht zuletzt den Folgen des kolonialherrschaftlichen Denkens in der Planung eine wesentliche Rolle gespielt hatten. Über Work and Travel hatten sich die beiden über ökologische Projekte informiert, in denen sie während ihrer Reise Arbeit und Unterkunft fanden.

Gastfreundschaft

Faszinierend herzlich und gleichzeitig fast beschämend sei die Gastfreundschaft indigener Völker, die noch heute unter den Folgen kolonialzeitlicher Fremdherrschaft leiden. „Da läuft es bei uns doch supergut. Wie klein sind unsere Probleme, während sich die Menschen in anderen Ländern täglich mit existenziellen Fragen befassen“, ergänzt seine Freundin.

„Tatsächlich überfordert im Augenblick die Rückkehr in diese übersättigte Gesellschaft unsere Gefühle. Da stellen wir uns heute die Frage, was wir mit all den eigentlich überflüssigen Konsumgütern machen sollen. Aber uns ist auch klar, dass wir in einigen Wochen auf manches Liebgewonnene dann doch nicht verzichten möchten.“

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