Von Vogelspinnen und Wildpferden
Austausschülerin Ana Sofia aus Acapulco zu Gast in Dülmen

Dülmen. Eine ganz besondere Praktikantin hatte die Dülmener Zeitung in den letzten Tagen. Nämlich die 17-jährige Ana Sofia Rizo Zanabria aus Acapulco in Mexiko. Ganze 11 Monate verbrachte die Schülerin in Dülmen. Neben der DZ schaute sie sich auch noch andere Einrichtungen der Stadt an.

Dienstag, 13.08.2019, 18:00 Uhr
Ana Sofia bei einem Vortrag des Rotary-Clubs.
Ana Sofia bei einem Vortrag des Rotary-Clubs. Foto: Marc Bednara

„Nach meinem Abitur in Mexiko bin ich über den Rotary-Club nach Dülmen gekommen“, berichtet sie in fast perfektem Deutsch. „Die Sprache habe ich erst hier in meiner Zeit auf dem Clemens-Brentano-Gymnasium gelernt.“ Dort besuchte sie bis zu den Sommerferien die Q1.

„Dülmen und Deutschland im Allgemeinen gefallen mir wirklich gut.“ Vor allem der Wildpferdefang habe sie beeindruckt. „Und auch den Wildpark finde ich toll. So viel Natur in der Nähe der Innenstadt - das gibt es bei uns in Mexiko nicht.“ Den Park kann sie innerhalb weniger Minuten von der Wohnung ihrer Gastfamilie aus erreichen. Und nicht nur die kurzen Distanzen in Dülmen findet sie erstaunlich. „Wenn mir Leute erzählt haben, dass sie in einem anderen Land für einen Tag zum Shoppen waren, war ich ganz erschrocken“, erzählt sie lachend. Gemeint sind natürlich die nah gelegenen Niederlande.

Die schnellen Deutschen

Aufgefallen ist ihr an den Deutschen, dass sie alles „irgendwie schnell machen“. Vor allem laufen und essen, daran musste sie sich erst gewöhnen, erklärt die 17-Jährige mit einem Lachen.

Zu Hause in Acapulco kümmert sich Ana Sofia nicht um Pferde, wie es hier oft Normalität ist. „Meine Eltern haben ein Reservat für Vogelspinnen.“ Über 200.000 der achtbeinigen Tiere leben dort. „Da die Spinnen stark gefährdet sind, kümmern wir uns um die Nachzucht, die Auswilderung und auch um den legalen Verkauf.“ Zusätzlich leben in dem Reservat unter anderem auch Papageien, Schildkröten, Krokodile und ein Affe.

Um Besuchern die Vogelspinnen näher zu bringen, hat Ana Sofias Vater, der hauptberuflich für die mexikanische Regierung arbeitet, ein Museum eingerichtet. „Das Aracnee ist das größte Museum weltweit mit lebenden Vogelspinnen“, berichtet Ana Sofia stolz. „Wir haben auch Gästehäuser für Freiwillige, die uns im Reservat unterstützen. Dort gibt es immer was zu tun.“

Pläne für die Zukunft

Hier möchte sie auch arbeiten, wenn sie in den nächsten Wochen wieder nach Hause kommt. „Ich werde mir ein Jahr Auszeit gönnen und mich auf mein Studium vorbereiten.“ Irgendwas mit Sprachen würde sie gern machen, um später für die United Nations arbeiten zu können. „Gern würde ich zum Studieren wieder nach Deutschland kommen. Ich mag dieses Land sehr gern.“

Eine Frage bleibt jedoch noch: Warum ausgerechnet von Acapulco, das knapp 700.000 Einwohner hat, nach Dülmen? „Bei uns zu Hause ist alles sehr bergig und ich wollte mal in eine Stadt, in der man richtig Fahrrad fahren kann. „

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