Erinnerungen an den Kalten Krieg
Berliner Mauerteile aufgestellt

Dülmen/Merfeld. Zwei Teile der Berliner Mauer stehen seit Mittwoch auf dem Charleville-Mézières-Platz und im Merfelder von-Galen-Park. Gestiftet wurden sie von Philipp Scharbert von den Lackaffen. Seine Mitarbeiter haben die Mauerteile gestaltet.

Mittwoch, 17.07.2019, 18:30 Uhr
Erinnerungen an den Kalten Krieg: Berliner Mauerteile aufgestellt
Das war Präzisionsarbeit gefragt, um das schwere Mauerstück mit dem Friedenszeichen auf dem Charleville-Mézières-Platz aufstellen. Foto: André Siemes / Stadt Dülmen

Dülmen/Merfeld. Für Alexander Stern war es nicht nur Zentimeter-, sondern auch Schwerstarbeit: Mit Hilfe eines Krans hievte er seine Fracht von der Lkw-Lagefläche: 2,7 Tonnen Beton - und das gleich im Doppelpack. „Das ist keine alltägliche Aufgabe. Ich komme ganz schön ins Schwitzen“, erklärte der Mitarbeiter des Unternehmens „Dobermann“.

Alltäglich war die Fracht in der Tat nicht, die er lieferte. Die beiden Teile der Berliner Mauer stehen seit dem gestrigen Mittwoch auf dem Charleville-Mézières-Platz und im Merfelder von-Galen-Park.

Schülerideen aufgegriffen

Gestiftet wurden sie von Philipp Scharbert, früherer Dülmener, der in Merfeld aufgewachsen ist und heute in Münster lebt, wo er das von ihm gegründete Unternehmen „Lackaffen“ führt. Seine Mitarbeiter haben die Mauerteile gestaltet und dabei Ideen von Dülmener Schülern aufgegriffen.

Auf Anregung des Kulturausschusses hatte Scharbert zusammen mit Schülern des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums und der Grundschule Merfeld Gestaltungsvorschläge erarbeitet.

Als die Berliner Mauer noch stand, war an vielen Stellen die westliche Seite mit Graffitis besprayt. Daran lehnt sich auch Scharberts Gestaltung an: Das Thema „Frieden“ ist durch eine Friedenstaube und ein Friedenszeichen zusätzlich präsent auf beiden Elementen.

Erinnerung an Kalten Krieg

Klaus Ricker, Fachbereichsleiter Bildung der Stadt Dülmen, und Helmut Temming, Ortsvorsteher in Merfeld, nahmen die Mauerteile in Empfang und verfolgten deren Aufstellung. An zahlreichen Orten weltweit erinnern Teile der Berliner Mauer an die Zeit des Kalten Krieges, der Teilung Deutschlands, aber auch an die Wiedervereinigung 1989.

Scharbert möchte die Mauerteile nicht nur als Mahnmal verstanden wissen, sondern vielmehr als Zeichen dafür, dass Grenzen und Mauern mit friedlichen Mitteln überwunden werden können. Bereits 2015 bot sich ihm die Gelegenheit, die Mauerteile zu kaufen.

Offizielle Würdigung geplant

„Der Gedanke, sie der Stadt Dülmen zu stiften, lag für mich nahe - schließlich habe er viele gute Erinnerungen an die Stadt“, so Scharbert. „Ich wollte jedoch keine nackten Mauerstücke, sondern Kunstwerke stiften, die etwas Positives transportieren - denn gerade die Kunst überwindet Grenzen jeglicher Art“.

Gerade für jüngere Generationen, die die Teilung und Wiedervereinigung Deutschland nicht miterlebt haben, werden beide Mauerstücke mit einer Infotafel versehen. „Zudem möchten wir die Aufstellung offiziell würdigen. In welchem Rahmen das geschehen soll, wird derzeit überlegt“, erklärt Klaus Ricker.

Aufstellen von Mauerteilen in Dülmen und Merfeld 2019

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  • Foto: Stadt Dülmen/Jürgen Primus
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