Was gegen das lästige Jucken hilft
Giftige Brennhärchen fliegen durch die Luft

Dülmen. Winzige rote Pünktchen, die auf der Haut so unangenehm jucken - Schuld daran sind häufig die Brennhärchen der Eichenprozessionsspinner. Was dagegen hilft, dazu gibt es Tipps von einem Arzt.

Dienstag, 25.06.2019, 18:00 Uhr
Was gegen das lästige Jucken hilft: Giftige Brennhärchen fliegen durch die Luft
Auch am Kindergarten an der Letterhausstraße sind die Raupen entdeckt worden. Bestimmte Bereiche sind vorerst gesperrt. Foto: Michalak

Viele Dülmener suchen ihr Haus und ihre Körper verzweifelt nach Flöhen und Bettwanzen ab. Wer nichts findet, kann fast sicher sein: Die winzigen roten Pünktchen, die auf der Haut so unangenehm jucken, stammen vom Eichenprozessionsspinner.

Giftige Brennhärchen in der Luft

Dessen feine, giftige Brennhärchen fliegen derzeit überall durch die Luft und lösen auf der menschlichen Haut allergische Reaktionen aus.

„Tatsächlich dachte ich auch zunächst an Wanzen oder Flohbisse“, ist Dr. Hubert Gerleve, Leiter der Kinder- und Jugendklinik der Christophorus-Kliniken, in diesem Jahr erstmals Opfer der Raupenhärchen geworden.

Arzt rät zur Besonnenheit

Doch er rät bei allem Ärger zur Besonnenheit: „Die Härchen sind zwar lästig, aber meist kann man den Hautausschlag doch ertragen.“ Und mit dem Ende des Sommers sei die Plage dann auch wieder vergessen.

Was gegen das Jucken hilft

Gegen den Juckreiz helfen Salben und Gels, wie sie auch gegen Mücken- und Bienenstiche angewendet werden. Und auch kortisonhaltige Präparate oder Antihistaminika lindern die Symptome.

„Als Erste-Hilfe-Maßnahme können auch kühlende Umschläge gegen Schwellungen eingesetzt werden“, ergänzt Apothekersprecher Dr. Stephan Barrmeyer. Und es mache Sinn, die Kleidung jetzt häufiger zu waschen. Denn darin können sich die feinen Härchen unbemerkt halten. Betroffene können sich in jeder Apotheke beraten lassen, welche Wirkstoffe für sie infrage kommen.

Und das macht die Stadt

Die Stadt Dülmen hat jede Menge Baumkletterer im Einsatz. „Wir haben uns auf die Plage gut vorbereitet“, versichert Stadtsprecherin Nina Wischeloh. „Besonders ärgerlich ist, dass eine zweite Raupengeneration erst später geschlüpft ist.“

Dadurch sind es subjektiv mehr Raupen als im Vorjahr. Objektiv, versichert die Stadt, habe sich der Befall kaum verändert. „Wir setzen auf das Einsammeln der Nester vor allem vor Kindergärten, Schulen und stark frequentierten Gebäuden.“

Der Einsatz von Bioziden sei zwar möglich. „Aber zum einen müssen Sie sehr genau arbeiten, um die Populationen zu erwischen.“ Und zum anderen sprächen doch alle vom tragischen Insektensterben. „Biozide töten immer auch harmlose Insekten“, gibt Wischeloh zu bedenken.

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