Diakon wird an Pfingsten geweiht
Jan Henrik Röttgers vor der Priesterweihe

Dülmen. An Pfingsten werden sich aus der Gemeinde Heilig Kreuz viele Augen nach Münster richten: Denn dort im Dom wird Diakon Jan Henrik Röttgers zum Priester geweiht. Dabei wollte er eigentlich mal im naturwissenschaftlichen Bereich arbeiten.

Mittwoch, 22.05.2019, 16:46 Uhr aktualisiert: 22.05.2019, 16:48 Uhr
Diakon wird an Pfingsten geweiht: Jan Henrik Röttgers vor der Priesterweihe
Jan Henrik Röttgers wird an Pfingsten zum Priester geweiht. Foto: Bistum Münster

Er kommt aus der Mitte der Kirche, und dahin möchte Jan Henrik Röttgers jene rücken, die am Rand stehen, die Armen, die Ausgestoßenen. So versteht der 29-Jährige die Aufgabe, die er sich für sein Leben stellt: Röttgers, aktuell Diakon in Heilig Kreuz, wird am Pfingstsonntag, 9. Juni, im St.-Paulus-Dom Münster von Bischof Felix Genn zum Priester geweiht werden.

Röttgers selbst stammt aus einem katholischen Umfeld, ist aufgewachsen in Bösel im Landkreis Cloppenburg. „Mit meiner Mutter und meiner Oma habe ich schon als Kind viel gebetet, auch Tischgebete gehörten bei uns dazu“, erinnert er sich.

„Ich ziehe Trost aus dem Glauben“

Naheliegend, dass er nach der Erstkommunion Messdiener und später Messdienerleiter wurde. „Aus dem Glauben habe ich immer viel Freude und Trost gezogen, und hatte schon früh das Bedürfnis, beides weiterzugeben.“

Trotzdem dachte Röttgers zunächst an einen Beruf im naturwissenschaftlichen Bereich - bis ihn ein indischer Pater aus seiner Heimatgemeinde auf einen Berufungskreis hinwies. Nach dem Zivildienst ging er nach Münster ans Priesterseminar Borromaeum und studierte Theologie.

Erst nach Spanien, dann nach Mexiko

Ein Freisemester verbrachte er im spanischen Granada. Das Eintauchen in eine andere Kultur und eine andere Art des Glaubens begeisterten den jungen Mann so, dass sich noch ein halbes Jahr in Mexiko anschloss.

Zurück in Deutschland, startete Röttgers 2017 in das Gemeindejahr in Heilig-Kreuz, gab Religionsunterricht, arbeitete im Jugend- und Caritasbereich. Seit seiner Diakonenweihe 2018 übernimmt er zusätzlich Taufen, Beerdigungen und Predigten.

Nicht blind für Kritik an der Kirche

Dabei ist der angehende Priester nicht blind für die Schwachpunkte der Kirche. „Immer wieder gab es ja auch kritische Anfragen an mich, besonders im Zuge des Missbrauchs-Skandals.“ Er wolle sich aber nicht entmutigen lassen: „In all diesem Schrecklichen steckt zumindest die Chance, wichtige Themen in der Kirche neu und anders anzusprechen.“

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