Verkostung mit Diplom-Biersommelier Ralf Overbeck
Braukunst in elf Varianten

Dülmen. Rund 20 Personen haben sich in der Gaststätte An`Koppelsteen eingefunden. Auf dem Tisch stehen pro Person drei Gläser, eines für Wasser (welches von einigen dezent etwas weggeschoben wird) und zwei für Bier. Diplom-Biersommelier Ralf Overbeck hat zur Verkostung gebeten und wird in den folgenden drei Stunden elf verschiedene Sorten präsentieren.

Montag, 08.04.2019, 18:30 Uhr
Verkostung mit Diplom-Biersommelier Ralf Overbeck: Braukunst in elf Varianten
Diplom-Biersommelier Ralf Overbeck informierte über Geschichte, Herstellung und Eigenheiten der verschiedenen Biersorten. Foto: Hülsheger

Zunächst gibt es ein paar „Grundregeln“. Es gilt das Du unter Bierleuten. „Und wir sind keine Weinleute, wir trinken auch“, sagt Overbeck. Nur für den Fall, dass einem eine Sorte gar nicht schmeckt, gibt es ein entsprechendes Gefäß auf dem Tisch. Die Verkostung beginnt mit einem Farmhouse Ale. „Im Mittelalter wurde auf jedem Hof gebraut, denn Wasser konnte man früher nicht trinken“, erklärt Overbeck. Richtig trinkbar wurde das Bier ab 1516, als das erste Reinheitsgebot eingeführt wurde.
Zunächst wird gerochen, dann probiert. Je nach Wunsch wird das Glas nur mit einer kleinen Probe oder gleich komplett gefüllt. Weiter geht es mit einem hellen Vollbier der Brauerei Simon. „Geschmack und Geruch sind wie der Fingerabdruck. Jeder muss für sich das Optimale finden“, berichtet der Biersommelier. Denn während die einen nachschenken lassen, sind die anderen von der Sorte nicht überzeugt.
Overbeck nutzt die Zeit für einen Blick in seine Familien- und Unternehmensgeschichte. „Mein Großvater hatte die letzte Brauerei in Dülmen.“ Diese wurde im Krieg zerstört. Das Gewölbe der Brauerei wurde als Luftschutzkeller genutzt und mit Torf abgedeckt. „Auf den Torfmatten wurden drei Blindgänger gefunden.“ Nach dem Krieg ging das Braupatent an die DAB in Dortmund und Overbeck übernahm die Niederlassung in Dülmen. Daraus wurde der Getränkemarkt, den erst sein Vater und seit 2005 Ralf Overbeck selbst führt.

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