Wenig Hoffnung für die Bauern
Ortslandwirt kehrt enttäuscht aus Münster zurück

Dülmen -

Ortslandwirt Erich Dilkaute ist zurück von der Großdemo in Münster. Gemeinsam mit rund 6000 Landwirten hat er hier gegen die europäische Düngeverordnung protestiert. Was die Ministerinnen zu sagen hatten, macht ihm wenig Hoffnung.

Freitag, 05.04.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 05.04.2019, 22:42 Uhr
Finstere Mienen: Die Bundes- und Landespolitik hatte für die Landwirte in Münster keine guten Nachrichten.
Finstere Mienen: Die Bundes- und Landespolitik hatte für die Landwirte in Münster keine guten Nachrichten. Foto: Gerharz

Der Dülmener Ortslandwirt Erich Dilkaute war mit dabei, als 6000 Landwirte in Münster am Donnerstag gegen die neue EU-Düngeverordnung auf die Straße gegangen sind.

Viel Zuversicht hat er allerdings aus der Domstadt nicht mit nach Dülmen gebracht. „Ich habe keine große Hoffnung mehr, dass Julia Klöckner für uns in Brüssel noch etwas herausholen kann.“ Die Bundes-Agrarministerin hatte auf der Demo weitere Gespräche mit der EU angekündigt.

„Ich fürchte, im nächsten Jahr wird die neue Düngeverordnung kommen und uns auch in Dülmen voll treffen.“ Diese sieht vor: Befindet sich ein Acker in einem Umkreis eines Messbrunnens, in dem erhöhte Nitratwerte festgestellt worden sind, müssen die Landwirte die Düngung in diesem Gebiet drastisch zurückfahren. „Dann würden wir unseren Bedarf an Düngung festlegen und müssten dieses Ergebnis um 20 Prozent Düngemittel reduzieren“, erläutert Dilkaute. Dass es dadurch zu erheblichen Ertragseinbußen kommen wird, sei völlig klar. „Selbst die Biolandwirte können auf diesem Niveau keine vernünftigen Erträge mehr einfahren.“

Was Dilkaute ärgert, ist, dass niemand aus der Politik mit den Landwirten im Vorfeld eine gemeinsame Strategie abgesprochen habe. Außerdem sei ja gar nicht erwiesen, dass der erhöhte Wert in einem Messbrunnen aus der Düngung stamme. „Wir haben defekte Abwasserkanäle und auch der Straßenverkehr führt zu einer erheblichen Nitrat-Belastung“, nennt der Schweinehalter zwei mögliche Quellen.

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