Gedenken an die Bombardierung Dülmens
„Im Krieg sind alle Opfer und Täter“

Dülmen. Es war ein entsetzlicher Tag, an den Dülmener, Niederländer und Syrer am Freitagnachmittag in der St.-Viktor-Kirche erinnerten. Vor 74 Jahren legten die Alliierten Dülmen in Schutt und Asche, am selben Tag bombardierten sie die Stadt Enschede in den Niederlanden. Und trotz des schrecklichen Anlasses wurde es ein schöner Gedenktag.

Freitag, 22.03.2019, 18:45 Uhr aktualisiert: 22.03.2019, 19:01 Uhr
Gedenken an die Bombardierung Dülmens : „Im Krieg sind alle Opfer und Täter“
Der Gospel-Projektchor trug Ausschnitte aus dem Samstagskonzert in St. Joseph vor. Foto: Michalak

Hanneke Siebert, Pfarrerin aus Enschede, erinnerte an diesen Tag des Bombardements und erklärte: „In der Schule hat man uns erzählt, dass wir irrtümlich bombardiert worden waren. Dass man nur die Deutschen habe treffen wollen.“ Heute wisse sie, dass das nicht die Wahrheit war. Wahr sei aber, dass „wir Menschen uns ähnlich sind, ob Niederländer oder Deutsche, und dass wir alle im Krieg zugleich Opfer und Täter werden“. Und deshalb sei es so wichtig, gemeinsam an den Krieg zu erinnern.

Bürgermeisterin Lisa Stremlau rief den drei Konfirmanden, die einen Friedensappell an die Besucher richteten, zu: „Ihr habt zum Glück in Deutschland keinen Krieg erleben müssen, aber ihr bekommt mit, was an Kriegen geschieht.“

Hautnah hat den Krieg die zwölfjährige Syrerin Ansamm mitbekommen, die mit ihrer Familie Zuflucht in Buldern gefunden hat. Sie trug unter großem Applaus ein syrisches Friedenslied vor. Auch der ökumenische Gottesdienst, geleitet von Pfarrdechant Markus Trautmann und Pfarrerin Susanne Falcke, stellte Frieden und Versöhnung in den Mittelpunkt.

Im Gottesdienst wurde an die ebenso verheerende Bombardierung der mittelalterlichen Stadt Coventry in England durch die deutsche Luftwaffe erinnert. Und das Coventry-Gebet gesprochen, das Gott um Vergebung für Besitzgier, Hochmut und Völkerhass bittet: „Father forgive“, wie es der Dechant von Coventry nach dem Bombenhagel formuliert hatte.

Im Anschluss an die Gedenkfeier legten die Besucher Kerzen und Blumen an der Gedenktafel in der Marktstraße nieder.

Gedenken an die Bombardierung Dülmens 2019

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