Im Club der schönen Gentlemen
Jannik Brambrink ist seit einem Jahr als Model unterwegs

Dülmen. Der Merfelder Jannik Brambrink ist Jahrespraktikant an einer Grundschule im Billerbeck. Doch in seiner Freizeit nimmt er an Model-Castings teil - und das mit Erfolg. Auf der letzten Fashion Week in Berlin lief er bereits für eine bekannte Modemarke über den Laufsteg. Aber das soll erst der Anfang sein.

Freitag, 08.02.2019, 18:30 Uhr aktualisiert: 08.02.2019, 20:01 Uhr
Hat Spaß daran, vor der Kamera eine gute Figur zu machen: Jannik Brambrink
Hat Spaß daran, vor der Kamera eine gute Figur zu machen: Jannik Brambrink Foto: Mina Schlüter

Jannik Brambrink ist ein großer schlanker Mann mit blond gefärbten Haaren und auffällig blauen Augen. Selbstbewusst läuft er in Berlin in einem karierten Anzug über den Catwalk der Fashion Week bei der Show des Modelabels „CG - Club of Gents“.

Der Merfelder, 1,86 Meter groß, ist in diesem Jahr zum ersten Mal bei der Berliner Modewoche dabei. „Ich modele erst seit einem Jahr“, erzählt der 20-Jährige. „Durch einen Bekannten, der mich ab und zu fotografierte, ist der Modelscout Lucas Pusch auf mich aufmerksam geworden.“ Dieser managt ihn nun und ist immer für ihn erreichbar. „Das gibt mir Sicherheit.“

Er ist auch schon für die nächste Fashion Week in Berlin im kommenden Sommer gebucht. Durch seinen Vertrag mit der Agentur M4-Models in Hamburg ist er oft unterwegs, muss durch ganz Deutschland reisen, um an Castings teilzunehmen. „Zum Glück ist das mit meinem Arbeitgeber vereinbar.“ Nach seinem Fachabitur für Sozial- und Gesundheitswesen am Pictorius-Berufskolleg in Coesfeld hat er eine Stelle als Inklusionsbegleiter an der Ludgeri-Grundschule in Billerbeck bekommen.

Was ihm am besten an der Model-Szene gefällt? „Dort wird jeder akzeptiert, wie er ist, und man lernt laufend neue interessante Leute kennen. Außerdem habe ich Spaß daran, mich vor der Kamera zu bewegen. Das ist natürlich Voraussetzung für diesen Job.“

Aber das Leben als Model bedeutet auch Stress. „Backstage bei einer Show ist die Hölle los. Jedes Model hat mehrere Stylisten und im Schnitt hat man mindestens drei Outfits, die in Rekordzeit gewechselt werden müssen.“ Da sei der Adrenalinpegel sehr hoch. „Wenn dann mal etwas nicht sofort klappt, bekommt man schnell Panik.“

Seine Grenzen hat Brambrink ganz klar abgesteckt: „Ich würde mich nicht gänzlich ausziehen“, betont der Mode-Fan, der auch privat großen Wert auf sein Äußeres legt. „Und Zigaretten sind für mich ein absolutes Tabu. Damit möchte ich mich nicht ablichten lassen.“ Inspiration für seinen privaten Style holt er sich direkt beim Einkaufen, nicht bei Fashion-Bloggern oder in Magazinen: „Mein Geschmack ändert sich ständig und dementsprechend sieht mein Kleiderschrank aus.“

Von seinem Umfeld bekommt Jannik Brambrink ausschließlich positive Rückmeldung. „Meine Freunde freuen sich sehr für mich und stärken mir den Rücken. Das ist ein tolles Gefühl.“

Sein Ziel: „Der größte Traum, den ein Model haben kann, ist für Boss, Armani oder Calvin Klein zu laufen.“ Doch bevor es so weit ist, wird Brambrink im Sommer nach Singapur gehen: „Dort habe ich ein Engagement bei einer Modelagentur. Mein Typ scheint in Asien sehr gefragt zu sein.“ Und in Zukunft? „Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Grundschule macht mir großen Spaß, aber solange es mit dem Modeln klappt, möchte ich mich darauf konzentrieren“, erklärt Brambrink entschieden.

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