Für Unternehmen verheißt der bevorstehende Brexit nichts Gutes
Folgen werden alle treffen

Dülmen. „Wir helfen den Unternehmen, die Handel mit Großbritannien treiben, mit den Checklisten des Deutschen Industrie- und Handeltages, damit sie sich auf einen möglichen Brexit vorbereiten können“, so Dr. Fritz Jaeckel (Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen).

Mittwoch, 23.01.2019, 18:30 Uhr aktualisiert: 23.01.2019, 18:50 Uhr
Für Unternehmen verheißt der bevorstehende Brexit nichts Gutes: Folgen werden alle treffen
Andries Broekhuijsen: „Ich denke, dass sich die Lage nach einem halben Jahr wieder normalisieren wird.“ Foto: mm

„Allerdings sind derzeit noch viele Fragen offen, doch ist nach dem derzeitigen Stand davon auszugehen, dass es die britische Seite auf einen Brexit ankommen lassen wird.“ Rechnen müssten die Unternehmen in Zukunft aber damit, dass die Beziehungen zu Großbritannien wie die mit Drittstaaten geregelt sind, sodass mit Zöllen zwischen vier und zehn Prozent kalkuliert werden muss.

„Aber der Teufel steckt im Detail“, nennt Jaeckel mögliche Fallstricke und nennt als Beispiele mögliche Ausfuhrverbote. Bisher könnten bei Wartungen die Werkzeuge von den heimischen Unternehmern einfach mitgebracht werden, nach dem 29. März sei dies allerdings ungewiss. „Ich gehe allerdings auch davon aus, dass sich viele Dinge auch nach einem Brexit dank des britischen Pragmatismus regeln lassen werden.“

Andries Broekhuijsen aus der Geschäftsleitung der Firma Becker Robotic Equipment, erzielt mit seinem Unternehmen einen kleinen Teil des Umsatzes in England. „Wir beliefern zum Beispiel das Werk BMW-Mini in Oxford.“ Seiner Einschätzung nach wird die Gefahr eines ungeordneten Brexit von Tag zu Tag größer. „Die Zeichen sind schon überlebensgroß am Horizont. Diese Entwicklung ist der Uneinigkeit der englischen Politik zuzuschreiben“, rechnet auch Broekhuijsen mit steigenden Zöllen. „Aber ich denke auch, dass sich die Lage nach einem halben Jahr wieder normalisieren wird.“

Markus Wang, Geschäftsführer der Firma Wang, pflegt mit seinem Unternehmen keine eigenen Handelsbeziehungen mit England. „Aber wir haben auch sämtliche Lieferketten überprüft und dabei festgestellt, dass sich darunter keine Teile aus britischer Produktion befinden“, hat er sich auf den drohenden Brexit vorbereitet.

Mehr zum Thema in der Printausgabe und dem E-Paper der DZ am Donnerstag.

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