DZ-Zustellerin Bianka Hillmer berichtet über ihren Job
Tierische Begegnungen im nächtlichen Spiekerhof

Dülmen. Wenn Bianka Hillmer gegen 4.30 Uhr am Morgen „Feierabend“ macht, dann wird sie schon von Gismo erwartet. Früher war der Pudelmix mit dabei, wenn Frauchen ab 2 Uhr die Leser mit den druckfrischen Exemplaren der Dülmener Zeitung versorgte. Mittlerweile ist Gismo zu alt für die Tour durch den Spiekerhof, denn er hatte auch nicht helfen können, als Bianka Hillmer auf glatter Straße ausrutschte und stürzte.

Freitag, 28.12.2018, 18:17 Uhr aktualisiert: 28.12.2018, 18:34 Uhr
DZ-Zustellerin Bianka Hillmer berichtet über ihren Job: Tierische Begegnungen im nächtlichen Spiekerhof
DZ-Zustellerin Bianka Hillmer war früher auch mit Gismo auf Tour. Foto: Stief

Seit dieser Zeit hat die Zeitungsbotin im Winter immer ein Paar Spikes für die Schuhe dabei und wappnet sich mit spezieller Winterkleidung gegen die Kälte. „Ich sehe dann aus wie ein Michelin-Männchen“, gesteht sie. Da ihre Hände für das Stecken der DZ in die Briefkästen frei bleiben müssen, schützt sie diese auf besondere Weise. „Ich stecke sie einfach zwischen die Zeitungen, denn die wärmen auch.“ Bei Temperaturen um die zehn Grad macht die Dülmenerin ihre Arbeit am liebsten.

Vor zehn Jahren hat sie den Bezirk in ihrer damaligen Nachbarschaft übernommen und ist mittlerweile Teamleiterin der 60 Zusteller. „Wir nennen uns auch die Engel der Nacht“, so Hillmer, denn am Rande ihres Jobs haben sie und ihre Kollegen schon so einiges erlebt. Zweimal hat sie Hunde auf ihrer Tour gefunden und zur Polizei gebracht, die sie dann an die Besitzer vermitteln konnte. Tierisch geht es des Öfteren im nächtlichen Einsatz zu, denn eine Kollegin wurde vor einiger Zeit von einem Pferd überholt, das von der Koppel ausgebüxt war.

Da ist es schon beruhigender, wenn Bianka Hillmer vor einem bestimmten Hauseingang eine Katze warten sieht, denn für die ist dann regelmäßig eine Streicheleinheit fällig. Überhaupt läuft der frühe Morgen meist immer nach einem festen Fahrplan ab. So kennt die erfahrene Botin die Geräusche der Nacht und weiß, dass jeden Morgen um 2.30 Uhr ein bestimmter Automotor angelassen wird. Eines Morgens waren die Geräusche jedoch außergewöhnlich und sie stammten von drei Einbrechern, die die Zustellerin auf ihrer Flucht fast umgelaufen hätten. „Da konnte ich mich gerade noch in einem Hauseingang verstecken, als auch schon die Polizei auftauchte und die Verfolgung der Täter aufnahm.“

Mit der Polizei hat Bianka Hillmer häufiger zu tun, so als sie mit ihrem Lieferwagen den unverschlossenen Eingang eines Autohauses absicherte, bis die Beamten und der Inhaber eintrafen. Kraftfahrzeuge scheinen in der Nacht eine besondere Anziehungskraft auf Diebe und Vandalen auszuüben, denn einmal musste die Zustellerin den Diebstahl von einem ganzen Satz Reifen melden, in einem anderen Fall hatten es jugendliche Täter mit blinder Zerstörungswut auf eine Serie von Außenspiegeln am Hülsenweg abgesehen. Besonders gefährlich sind die von Betrunkenen nächtlich ausgehobenen Gullydeckel, die Bianka Hillmer immer wieder über den Notruf melden muss. Auch eine umgeknickte Baustellenabsperrung hat sie schon im Schaufenster eines Modehauses entdeckt.

Mehr zum Thema in der Printausgabe und dem E-Paper der DZ am Samstag.

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