Haverland-Quartier: Annika Kruthoff und Herbert Wies ziehen Bilanz
Vertrauen aufgebaut

Dülmen. Wenn Annika Kruthoff im Haverland unterwegs ist, wird sie freundlich empfangen - egal ob sie die Grundschule besucht, die Container-Unterkunft am Leuster Weg betritt oder im Stadtteilbüro Gespräche führt. Viele Menschen kennen und schätzen die 28-Jährige. Seit Januar 2017 kümmert sich Annika Kruthoff als Quartiersmanagerin um den Stadtteil Haverland. Ende des Jahres läuft das Förderprojekt aus. Im Interview zieht sie gemeinsam mit Herbert Wies, Fachbereichsleiter Arbeit, Soziales, Ehrenamt und Senioren, eine Bilanz.

Donnerstag, 29.11.2018, 17:51 Uhr aktualisiert: 29.11.2018, 18:11 Uhr
Haverland-Quartier: Annika Kruthoff und Herbert Wies ziehen Bilanz: Vertrauen aufgebaut
Annika Kruthoff und Herbert Wies: Positive Bilanz zum Projekt Haverland-Quartier. Foto: Stadt Dülmen / Siemes

Quartiersmanagement klingt kompliziert. Warum hat die Stadt eine derartige Stelle Anfang 2017 eingerichtet?

Herbert Wies: Wir hatten damals eine hohe Zahl an Zuweisungen von geflüchteten Menschen und standen vor der Aufgabe, diese gut unterzubringen. Für uns war klar, dass Turnhallen keine Lösung sind und dass wir die Menschen in die Gesellschaft und in bestehende Wohnquartiere integrieren müssen. Am Leuster Weg ist eine neue Unterkunft entstanden, zudem wurden Menschen in einem Hochhaus am Haverlandweg untergebracht. Natürlich gab es damals Sorgen und Ängste bei den Anwohnern. Mit Unterstützung des Landes haben wir das Projekt Haverlandquartier „Miteinander - Füreinander“ ins Leben gerufen, um das friedliche Zusammenleben zu unterstützen und mit Annika Kruthoff eine Ansprechpartnerin vor Ort für Neubürger und für Anwohner zu haben.

Mit Ihrer Stelle waren hohe Erwartungen verbunden, Frau Kruthoff. Hat Sie dies nicht abgeschreckt?

Annika Kruthoff: Klar, die Erwartungen hat man am Anfang schon gespürt und ich musste mich beweisen. Die Zusammenarbeit mit der Ökumenischen Flüchtlingsinitiative (ÖFID) hat dabei geholfen, Kontakte zu Netzwerkpartnern zu knüpfen. Der Start ist auch deshalb sehr gut verlaufen. In der eigentlichen Arbeit mit den geflüchteten Menschen merkt man schnell, wie dankbar die Unterstützung angenommen wird. Und auch das Stadtteilbüro, das wir eingerichtet haben, ist von den Bürgern zu Beginn gut angenommen worden. Im Laufe der Zeit haben sich Schwerpunkte neu verteilt und die Präsenz an der Unterkunft und im Sozialamt war groß.

Mehr zum Thema in  Printausgabe und dem E-Paper der DZ am Freitag.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6223099?categorypath=%2F2%2F62%2F798625%2F819647%2F
Nachrichten-Ticker