Einmal Gefängnis und einmal Bewährung im Betrugsprozess gegen Vater und Sohn
Haftstrafen für Betrügerduo

Dülmen. Am Ende versuchten Vater und Sohn, die in insgesamt 40 Fällen des Betrugs und der Urkundenfälschung (davon acht gemeinschaftlich) angeklagt waren, dem jeweils anderen die alleinige Schuld in die Schuhe zu schieben.

Dienstag, 30.10.2018, 19:30 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 30.10.2018, 19:30 Uhr
Einmal Gefängnis und einmal Bewährung im Betrugsprozess gegen Vater und Sohn: Haftstrafen für Betrügerduo
Mehrere arglose Opfer wurden von Vater und Sohn um Hunderttausende Euro geprellt. Foto: Archiv

Doch keinem von beiden gelang es, sich davon frei zu sprechen, mehrere arglose Opfer um Hunderttausende Euro geprellt zu haben. Mal stand ein sagenhaft günstiges Grundstück zum Verkauf, immer wieder mal wurden Autos zum Schnäppchenpreis angeboten, dann wurden Bürgschaften unterzeichnet und Kredite aufgenommen (DZ berichtete). Aufgrund des Drucks von zig erfundenen Rechtsanwälten und Notaren lieferten die Betrugsopfer ihr Geld immer wieder in treuem Glauben bei dem betrügerischen Duo ab. Insgesamt kamen so mehr als 200.000 Euro zusammen.

Der 30-jährige Sohn, der von seinem Vater nur als Handlanger missbraucht worden sein will, wie seine Verteidigerin ausführte, hat bereits eine lange Latte von einschlägigen Vorstrafen auf dem Buckel und war auch kurz vor Beginn der nun angeklagten Betrugsserie in Dülmen im Jahr 2012 einmal mehr zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Dafür reichte es vor dem Amtsgericht Dülmen nicht mehr, diesmal geht der notorische Betrüger hinter Gitter. Drei Jahre und zwei Monate lautet sein Urteil, davon gelten zwei Monate aufgrund des langen Verfahrens aber bereits als abgebüßt.

Der Vater wollte gleich gar nichts mit den schmierigen Geschäften zu tun haben, er habe seinem Sohn in schwerer Zeit nach dessen Haftentlassung doch nur beistehen wollen, der ihn nun zum Dank in diese kriminellen Machenschaften hineinziehen wolle, beteuerte er.

Doch stets, führte die Vorsitzende Richterin aus, sei es der Vater gewesen, der den Kontakt zu den Betrugsopfern angebahnt und die Geschäfte eingefädelt habe. Mal als angeblicher Immobilienmakler, immer aber als Geschäftsmann mit erstklassigen Beziehungen habe er sich präsentiert.

Sein Sohn sei ein unverbesserlicher Krimineller, das könne auch ein Detektiv bezeugen, den der Sohn einmal damit beauftragt habe, dem Verschwinden von Firmengeldern nachzugehen. Er selbst sei ohne Fehl und Tadel und habe noch nie gegen das Gesetz verstoßen.

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