Dieselskandal verunsichert Autofahrer und Händler
Hybrid kann eine Lösung sein

Dülmen. Nach Volkswagen, Audi, Daimler und BMW erreichte der Dieselskandal am Montag mit Durchsuchungen an den Werkstandorten in Rüsselsheim und Kaiserslautern den Autobauer Opel. Den Dülmener Autofahrern, die ein Dieselfahrzeug fahren und sich fragen, ob sie ihr Fahrzeug umrüsten lassen oder doch lieber die Umtauschprämie in Anspruch nehmen und einen Neuwagen kaufen sollen, ist damit allerdings nicht geholfen. Denn solange nicht klar ist, in welchem Umfang es Fahrverbote in Städten geben wird, ob eine blaue Plakette eingeführt wird, kurz, wie es in Sachen Dieselfahrzeuge weitergeht, sind Autofahrer, aber auch Händler unsicher. Das zeigte eine kleine DZ-Rundfrage bei drei Autohäusern.

Montag, 15.10.2018, 19:00 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 15.10.2018, 19:00 Uhr
Dieselskandal verunsichert Autofahrer und Händler: Hybrid kann eine Lösung sein
Manipulierte Software hat die Dieselfahrzeuge in Verruf gebracht. Bei der Frage, ob sie umrüsten oder Umtauschprämieren nutzen sollen, warten viele Kunden auf klare Aussagen der Politik. Foto: dpa

„Aktuell gibt es noch keine Prämien von VW für Autofahrer, die ihr älteres Dieselfahrzeug durch ein neues ersetzen wollen“, bedauert Tim Claespeter vom Autohaus Vovis, dass er seinen Kunden keine konkreten Angebote machen kann. Das Interesse aber sei groß, bekräftigt er. Es riefen viele Kunden an, stellten Anfragen per Mail oder kämen vorbei.

Bei Renault Heger kann Verkaufsberater Lukas Gausepohl den Kunden zumindest was die Kosten für Umtausch oder Umrüstung betrifft, Zahlen nennen. Denn Renault hat reagiert und bietet bereits Prämien für den Tausch von Diesel-Alt- gegen Diesel-Neu-Fahrzeuge an. Je nach Modell werden verschiedene Nachlässe gewährt. Vom Hersteller sei alles genau aufgeschlüsselt, Spielräume habe der Autohändler vor Ort daher nicht, sagt Gausepohl.

Auch BMW setzt auf Prämien beim Wechsel von einem BMW-Altfahrzeug (Euro-Norm 4 oder 5) auf einen neuen BMW. Maximal 6000 Euro zahlt der Autobauer aus Bayern einem BMW-Kunden. Wer bislang einer anderen Marke den Vorzug gegeben hat und umsteigen möchte, kann sich immerhin noch über 2000 Euro Preisnachlass freuen. Hinzu kommen interessante Leasing-Angebote für Neuwagen, wirbt Wolf Niermann für einen Neukauf. Gleichzeitig habe der Dieselskandal die Nachfrage nach Hybrid-Fahrzeugen angekurbelt, die Benzin-Motor und Elektromobilität unter einer Motorhaube bieten. Eine innovative Technik, für die der Staat Zuschüsse zahle, sagt Niermann und verweist darauf, dass etliche Dülmener Unternehmer diese Möglichkeit bereits nutzten.

Mehr zum Thema in der  Printausgabe und dem E-Paper der DZ am Dienstag.

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