Bundesgericht erwartet rasche Behandlung
Schlaganfall-Station vor dem Aus

Dülmen. Ein aktuelles Urteil des Bundessozialgerichtes bringt die Christophorus-Kliniken in große Schwierigkeiten. Am Standort Dülmen unterhalten die Kliniken eine so genannte „Stroke Unit“, eine Notfall-Erstversorgung für Schlaganfallpatienten.

Samstag, 13.10.2018, 09:31 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 12.10.2018, 19:10 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Samstag, 13.10.2018, 09:31 Uhr
Bundesgericht erwartet rasche Behandlung: Schlaganfall-Station vor dem Aus
Beim Schlaganfall zählt jede Minute. Deshalb darf der Transport in eine Spezialklinik maximal 30 Minuten betragen. Foto: dpa

Diese speziellen Stationen laufen im 24-Stunden-Betrieb. Die Krankenkassen vergüten dieses besondere Versorgungsangebot mit einem besonders hohen Satz. Das aktuelle Problem: In seltenen Fällen müssen die Patienten in eine Spezialklinik überführt werden. Und hierfür hat die Stroke Unit insgesamt nur 30 Minuten Zeit - weil es beim Schlaganfall auf jede Minute ankommt.

Das Bundessozialgericht hat nun entschieden: Die Uhr tickt bereits ab dem Moment, in dem die Ärzte entscheiden, dass der Patient verlegt werden muss. Bei etwa drei von hundert Patienten, die auf den Transport erst noch vorbereitet werden, klappt das nicht immer auf die Minute.
„Das heißt aber auch, dass 97 Prozent unserer Patienten optimal versorgt sind“, stellt Christophorus-Sprecherin Claudia Koller auf Anfrage der Dülmener Zeitung klar.

Und sie macht deutlich: „Wenn wir die Station schließen müssten, ginge es keinem Patienten besser, dafür wären aber viele Schlaganfallpatienten deutlich schlechter versorgt als heute.“ Denn sie müssten dann alle in viel weiter entfernte Krankenhäuser in Münster oder im Ruhrgebiet transportiert werden.

Krankenkassen fordern bereits Rückzahlungen für die geleistete Sondervergütung. Da dies rückwirkend für mehrere Jahre gilt, kommen auf die Christophorus-Kliniken Millionenforderungen zu. Die Klinik hält diese Forderungen für völlig unbegründet.

Ausführliche Berichterstattung am Samstag in der DZ. Printausgabe und E-Paper.

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