Gleichstellungsbeauftragte legt aktuellen Bericht vor
„Frauen leisten unbezahlt viel mehr als Männer“

Dülmen. Die städtische Gleichstellungsbeauftragte, Lisa Bäther, sieht eine große Chance, den Frauenanteil in Führungspositionen der Verwaltung deutlich auszubauen: „In den nächsten zehn Jahren werden voraussichtlich 29,4 Prozent der Führungskräfte aus Altersgründen aus dem Dienst ausscheiden“, heißt es in ihrem aktuellen Jahresbericht.

Mittwoch, 10.10.2018, 18:30 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 10.10.2018, 18:30 Uhr
Lisa Bäther ist städtische Gleichstellungsbeauftragte.
Lisa Bäther ist städtische Gleichstellungsbeauftragte. Foto: cm

Derzeit (Stand Dezember 2017) sind 48 Personen in Führungspositionen beschäftigt, von den 13 Fachbereichsleitern allerdings nur zwei weiblich, was einem Anteil von gut 15 Prozent entspricht. Zu hundert Prozent nehmen Frauen hingegen die drei stellvertretenden Fachbereichsleitungen wahr. Von den 32 Abteilungsleitern sind acht Frauen, was 25 Prozent entspricht. Von sechs Stabstellen seien derzeit fünf mit Frauen besetzt.

Trotz guter Prognosen für das kommende Jahrzehnt warnt Bäther in ihrem Bericht: „Noch immer ist die gleichberechtigte Teilhabe und Gestaltung von Frauen und Männern in allen Lebensbereichen nicht gleichmäßig verteilt.“ Insbesondere trage die Beteiligung an der unbezahlten familiären Sorge- und Pflegearbeit dazu bei, dass die Zeit für die Teilnahme am Erwerbsleben nicht beiden Geschlechtern in gleichem Maße zufalle. „Frauen leisten täglich 52 Prozent mehr unbezahlte Arbeit als Männer“, konkretisiert sie diesen Punkt und zählt unter anderem Kindererziehung, Pflege von Angehörigen, Ehrenämter und Hausarbeit auf.

Der Gleichstellungsplan der Stadt arbeite konsequent daran, die Geschlechtergerechtigkeit innerhalb der Verwaltung voranzubringen. Dazu gehöre es auch, Männer in ihrem Bestreben zu unterstützen, sich stärker sozial zu engagieren. Gemeinsam mit der VHS biete die Gleichstellungsbeauftragte das Basisseminar „Was Sie schon immer über Väterarbeit wissen wollten...“ für die Dülmener Kindergärten an.
Eine weitere Herausforderung stelle in jüngster Zeit die berufliche Integration von Migrantinnen dar, die in ihren Heimatländern häufig traditionell auf familiäre Angelegenheiten und den häuslichen Bereich reduziert würden.

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