Kita-Leiterin berichtet über schwierige Arbeitsbedingungen
Nicht genug Platz zum Essen und Schlafen

Dülmen. Auf offene Ohren stieß Daniela Becker im Jugendhilfeausschuss. Die Leiterin des St.-Georg-Kindergartens in Hiddingsel und Sprecherin der Kita-Leiterinnen in Dülmen schilderte dort, wie hoch die Anforderungen an die Erzieherinnen in den Einrichtungen sind und dass ihnen oft zu wenig Zeit für Bildungsarbeit mit den Mädchen und Jungen bleibe. Das Versorgen gerade der kleinen Kinder binde sehr viel Zeit und Arbeitskraft.

Donnerstag, 13.09.2018, 17:54 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 13.09.2018, 17:49 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 13.09.2018, 17:54 Uhr
Kita-Leiterin berichtet über schwierige Arbeitsbedingungen: Nicht genug Platz zum Essen und Schlafen
Mit einer Luftballonaktion hatten die Erzieherinnen auf ihre Situation aufmerksam gemacht. Foto: Marcy

Vor der Sitzung hatten die Erzieherinnen ihre Wünsche an die Landespolitik für eine bessere finanzielle Ausstattung sowie einen besseren Personalschlüssel in den Kitas an bunten Luftballons in den Himmel steigen lassen (DZ berichtete).

Die Dülmener Jugendpolitiker machten aus ihrer Enttäuschung über die Landespolitik keinen Hehl, die Nachbesserungen im Kinderbildungsgesetz schon vor Jahren angekündigt, aber noch nicht umgesetzt hat. „Es ist egal, welche Landesregierung wir haben“, stellte Siegfried Niggemann (SPD) frustriert fest.

Jugenddezernent Christoph Noelke beschrieb, wie sich die unzureichende Finanzierung durch das Land in der Kommune auswirke: „Wir hinken in der Planung der Entwicklung hinterher und das Angebot ist immer auf Kante genäht.“ Er spielte darauf an, dass der Betreuungsbedarf in Dülmen dank Übergangslösungen jedes Jahr gedeckt werden kann, sich aber wegen des stetig wachsenden Bedarfs an Plätzen gerade für jüngere Kinder der Jugendhilfeausschuss jedes Jahr mit einem Ausbauprogramm beschäftigen muss.

Wie sie die räumliche Ausstattung der Kitas in Dülmen einschätze, wurde Daniela Becker gefragt: Räume zum Essen und Schlafen seien in vielen Einrichtungen „Mangelware“, sagte sie, denn die Zahl der Kinder, die über Mittag betreut werden, in der Einrichtung essen und schlafen, wachse weiter.

Der Verein für Medienarbeit hat einen Videobeitrag über die Protestaktion der Erzieherinnen auf dem Marktplatz gedreht, der auf der Homepage und dem Youtube-Kanal der DZ zu sehen ist.www.dzonline.de

Mehr zum Thema in der Printausgabe und dem E-Paper der DZ am Freitag.

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