Ausstellung im Künstlerbedarfsladen
Erinnerungen an Multitalent Peter Grzan

Dülmen. Unter dem Titel „Mutter“ stellen der Dülmener Kunstverein und die Familie Grzan-Grebenstein die Werke des Multitalents Peter Grzan aus. Unterstützt wird die Ausstellung von der VR-Bank Westmünsterland und dem Fachzentrum Holthöwer. Kuratiert wird die Ausstellung von Peter Grzans Tochter Saskia Grebenstein.

Sonntag, 29.10.2017, 18:11 Uhr

Ausstellung im Künstlerbedarfsladen: Erinnerungen an Multitalent Peter Grzan
Eines der extravaganten Telefone von Peter Grzan. Foto: Stief

Für zwei Wochen werden auf 600 Quadratmetern in der ehemaligen Gartenmöbel-Ausstellung bei Holthöwer etwa 100 Objekte ausgestellt sein. Peter Grzan hegte eine besondere Verbindung zu diesem, seinem Lieblings- „Künstlerbedarfsladen“. Fast täglich fuhr er zu Holthöwer, um alltägliche Dinge für die merkwürdigsten Aktionen und Kunstobjekte zu kaufen, zum Beispiel Muttern. Frei nach dem Motto: „Wenn Design Kunst ist, die sich nützlich macht – dann ist Kunst nutzloses Design.“.

In allen seinen Arbeiten ist der grzansche Wortwitz präsent. Mit dabei und in Dülmen bereits bekannt, seine Bild-Schirme, die um die Welt gingen. Zehn Sonnenschirme mit einem Durchmesser von etwa 3 m hat Peter Grzan bemalt. Die Bildschirme reisten im Jahre 2000 um die Welt und wurden an spektakulären Orten von mehreren Fotografen abgelichtet. Sie ersetzten Antennenschüsseln in sozialen Brennpunkten, sie waren unter anderem Wächter vor vom Abbruch bedrohten Häusern, schmückten Umzugswagen bei Volksfesten oder Müllverbrennungsanlagen und versanken im Wasser der Adria.

Im Jahr 2015 zur Kulturnacht beherbergten sie in Dülmen eine Cocktailbar und exotische Kostproben aus aller Welt, die die Dülmener Flüchtlinge als Beitrag zu dieser Kunstaktion darboten. Eine Aktion ganz im Sinne von Grzan, dessen Anliegen es immer war, Kunst als wirklichkeitsformende Kraft zu betrachten. Peter Grzan hatte die Idee der Künstlerhäuser auf dem Bendixgelände, Ottmar Alt hatte sich bereit erklärt, ein Haus zu bauen und fertigte ein Modell an. Weitere Künstler standen im Kontakt und lieferten Ideen. Dieses Projekt scheiterte, ein Gegenargument: Dann kommen zu viele Touristen nach Dülmen.

Die Ausstellung ist vom 5. bis 17. November (Dienstag bis Freitag von 15 bis 19 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 10 bis 19 Uhr) bei Holthöwer, Telgenkamp 6-8 zu sehen.

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