Reaktionen auf den Bürgerentscheid
Suche nach der Schule von morgen

Dülmen. Für Christian Wohlgemuth (FDP) ist die Sache ganz klar: „Jetzt gilt es, die vorhandenen Dülmener Schulen baulich und personell so zu ertüchtigen, dass die Kinder gute Bildungschancen auf Dülmens Haupt- und Realschule haben.“ Insbesondere in die Kardinal-von-Galen-Hauptschule müsse investiert werden, es gehe darum, den Ausbildungsbetrieben zu zeigen: Dülmens Hauptschüler sind gute Absolventen.

Montag, 02.10.2017, 18:55 Uhr

Reaktionen auf den Bürgerentscheid: Suche nach der Schule von morgen
FDP-Chef Christian Wohlgemuth bedankte sich auf der Wahlparty bei den Sekundarschul-Gegnern für ihr Engagement. Foto: Michalak

Die langjährige Leiterin der KvG-Hauptschule, Christa Lambeck, hört diese Ankündigungen des FDP-Fraktionsvorsitzenden mit Verblüffung: „In den 20 Jahren meiner Schulleitungstätigkeit gab es keinen Kontakt mit der FDP, kein Interesse der FDP daran, die Arbeit der Schule kennenzulernen, keine Fragen nach Unterstützungsbedarf. Hier unterscheidet sich die FDP deutlich von anderen Parteien und Verbänden, mit denen die Schule stets in einem guten Austausch stand.“

Seit 20 Jahren und mehr seien Offensiven für die Qualität der Hauptschulen auf den Weg gebracht worden. „Trotzdem leidet diese Schulform unter mangelnder Akzeptanz“, versichert Lambeck. Aus ihrer Sicht sei es nur eine Frage der Zeit, „dass Eltern in Dülmen eine Schule für das längere gemeinsame Lernen durchsetzen werden, damit ihre Kinder nicht länger zu Sekundarschulen oder Gesamtschulen in die Nachbarorte fahren müssen.“

Ganz ähnlich sieht es auch Markus Brambrink (CDU), Vorsitzender des Schulausschusses. „Wir haben wirklich alles, auch finanziell versucht, um die Akzeptanz der Hauptschule zu erhöhen. Aber die Eltern akzeptieren diese Schulform einfach nicht mehr.“ Deshalb wäre aus seiner Sicht die „Gesamtschule ohne gymnasiale Oberstufe“ eine Chance für Dülmens schulische Zukunft gewesen. Einen Plan B habe die CDU nicht in der Tasche, auch die Gesamtschule sei nicht automatisch der richtige Weg. „Ich fürchte, wir würden damit in der Bevölkerung auf ähnlich großen Widerstand stoßen, wie mit der Sekundarschule.“

Weitere Berichterstattung finden Sie in der DZ-Ausgabe von Dienstag, Print und E-Paper.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5196492?categorypath=%2F2%2F62%2F798625%2F819647%2F
Nachrichten-Ticker