Bürgerentscheid erfolgreich
Sekundarschule ist abgewählt

Dülmen. Beim Bürgerentscheid zur Sekundarschule haben sich die Gegner mit großer Mehrheit durchgesetzt. In Dülmen wird es mindestens zwei Jahre lang keine Sekundarschule geben.

Sonntag, 01.10.2017, 18:00 Uhr

Bürgerentscheid erfolgreich: Sekundarschule ist abgewählt
Die Sekundarschul-Gegner feierten ihren überragenden Wahlerfolg. 8604 Dülmener lehnen die Sekundarschule ab. Foto: Michalak

Die Sekundarschul-Gegner kamen auf 8604 Stimmen, was einen Anteil von 72,3 Prozent ergibt. Damit wurde das Quorum von 7686 Stimmen klar erreicht. Die Befürworter konnten 3290 Stimmen (27,7 Prozent) auf sich vereinen. Die Wahlbeteiligung lag bei 31,0 Prozent.

Die Stimmung im Barber’s 66 war am Sonntagabend ausgezeichnet. Hier hatten sich die Unterstützer des Aktionsbündnisses „Hauptsache real bleiben“ zur Wahlparty getroffen. Und obwohl die Stadt nur das Endergebnis verkündete, wurde früh durchgesteckt: Es war den Aktivisten gelungen, große Teile der Dülmener in die Wahlkabine zu bringen. „33 Prozent“, „40 Prozent“ lauteten die Zahlen, welche die Wahlbeteiligung in den einzelnen Abstimmungsbezirken bezifferten. Inoffiziell. Aber wie sich herausstellen sollte, zutreffend.

Kurz bevor das Ergebnis im Rathaus durch Bürgermeisterin Lisa Stremlau offiziell verkündet wurde, legte Guido Meuter „Hurra, hurra, die Schule brennt!“ auf. Ein passender Titel, zu dem auch ausgelassen getanzt wurde. Hermann-Leeser-Schüler Alpay Alkin, der sich gegen die Sekundarschule eingesetzt hatte, brachte die gute Nachricht für das Aktionsbündnis gegen 19.30 Uhr aus dem Rathaus mit. Tatsächlich haben 72,3 Prozent der Wähler (bei 31,0 Prozent Wahlbeteiligung) das Konzept der Sekundarschule in Schutt und Asche gelegt und das eindeutige Mehrheitsvotum im Rat, das von CDU, SPD, Grünen und der Links-Fraktion mitgetragen wurde und für das auch Bürgermeisterin Lisa Stremlau sich eingesetzt hatte, deutlich überstimmt. Das heißt: In den nächsten zwei Jahren wird es in Dülmen keine neue Sekundarschule geben können, die Politik ist so lange an diesen Bürgerentscheid gebunden.

FDP-Ratsherr Christian Wohlgemuth leitet aus dem klaren Votum einen schulpolitischen Auftrag ab: „Wir sollten jetzt sofort daran arbeiten, die Hauptschule so zu coachen, dass sie für die Zukunft gerüstet ist.“ Überlegungen, eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe einzurichten, hält er für verfrüht. Maren Ciliberto vom Aktionsbündnis zeigte sich tendenziell offen für eine Gesamtschule: „Ich weiß gar nicht, ob ich auch gegen diese Schulform auf die Straße gegangen wäre.“ Im Vordergrund stand am Sonntag aber zunächst einmal die Wahlfeier.

Weitere Stimmen sowie die Einschätzung der unterlegenen Sekundarschul-Befürworter und einen Kommentar bringt die Dülmener Zeitung in ihrer Montagsausgabe. Auch im E-Paper erhältlich.

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