Im Bauausschuss Entscheidungen zur Überdachung und Bodenbelag an
Notfalls ohne Glasdach

Dülmen. Fünf Abstimmungspunkte, acht dicht beschriebene Seiten Text, eine ausklappbare Tabelle mit Dutzenden Zahlen, davon etliche in Rot - die Vorlage zu Kostensteigerung und Entwicklung des Intergenerativen Zentrums (IGZ) hat es wahrlich in sich. Wird hier doch ausführlich aufgeführt, um wie viel alles teuer wird (DZ berichtete).

Dienstag, 26.09.2017, 18:56 Uhr

Im Bauausschuss Entscheidungen zur Überdachung und Bodenbelag an: Notfalls ohne Glasdach
Das Glasdach, das über dem Innenhof zwischen IGZ-Gebäude und Rathaus errichtet werden soll, ist erneut Thema im Bauausschuss. Foto: dreibund Architekten

So muss die Stadt fürs Gesamtprojekt wohl mit 5,20 Millionen Euro rund 1,15 Millionen Euro mehr aufbringen als 2015 eingeplant. Die Verwaltung empfiehlt der Politik, das zusätzliche Geld bereitzustellen.

Doch nicht nur um die Kostensteigerung wird es in der Ausschusssitzung gehen. So informieren anfangs sowohl das Projektsteuerungsbüro agn als auch die dreibund-Architekten über den aktuellen Stand, darunter auch über die Pläne für den Umbau des Rathaus-Westflügels. Im Anschluss stehen Beschlüsse zum IGZ-Glasdach und dem großen Veranstaltungsraum an.

Umbau Rathaus Westflügel: Für die hier anstehenden Arbeiten rechnet die Stadt mit rund 1,55 Millionen Euro an Kosten (inklusive einiger Brandschutzmaßnahmen und Lüftungstechnik im Nordflügel). Der Eigenanteil liegt bei circa 1,37 Millionen Euro. Der könnte sich weiter reduzieren, wenn es weitere Gelder aus dem Bereich der Denkmalpflege gibt.

Im Detail: Der bisherige Sitzungssaal soll zu Büros, unter anderem für Bürgermeisterin und Pressestelle, umgebaut werden (Kosten rund 360.000 Euro, davon wohl 180.000 Euro Fördermittel). Der Keller im Bereich des Haupttreppenhauses wird für Druckerei und Poststelle umgebaut, die der künftigen Rathausgastronomie weichen müssen. Hier rechnet die Stadt mit 640.000 Euro, darin enthalten sind bereits Gelder, um die Rathaus-Technik insgesamt zu verbessern. Das Rathaus ist ein Baudenkmal, allein für den Erhaltungsaufwand (Erneuerung Fenster, Sandsteinplatten und Fußboden) kalkuliert die Verwaltung mit 118.000 Euro und hofft auf Unterstützung durch die Denkmalförderung. Beim Umbau für die Rathausgastronomie, konkret bei den Lüftungskanälen, fallen Mehrkosten von etwa 120.000 Euro an. Nach den Erfahrungen aus der IGZ-Auschreibung hat die Stadt die Budgetansätze zudem um insgesamt 195.000 Euro erhöht. Einsparungen ergeben sich etwa dadurch, dass die Scharre nicht zu einem Raum ausgebaut wird und beim Umbau des bisherigen Bürgerbüros.

Glasdach: Den gläsernen Überbau über dem Markt der Möglichkeiten, dem Innenhof zwischen IGZ und Rathaus, sieht die Verwaltung als „wichtigen Baustein“ für das Gesamtobjekt. Stand jetzt gehen die Architekten inklusive sieben Prozent Risikoaufschlag von Kosten in Höhe von rund 963.000 Euro aus (Baubeschluss 2015: 574.000 Euro). Für die Hälfte der Summe hofft die Stadt auf Fördergelder. Da sich die Kirchengemeinde finanziell nicht in der Lage sieht, ihren Eigenanteil zu übernehmen, müsste die Stadt für den Rest der Summe aufkommen. Wobei die Verwaltung hier erneut Verhandlungen mit der Gemeinde führen will.

Warum das Glasdach, das eigentlich schon beschlossen ist, jetzt erneut auf der Tagesordnung steht? Hier gibt es, so die Stadt, angesichts der ausufernden Kosten eine Einsparmöglichkeit „im Sinne einer Notfalllösung“ - nämlich komplett auf das Glasdach zu verzichten. Grundsätzlich möglich sei auch, das Dach erst später zu bauen. Dann fielen für die Innenhof-Gestaltung jedoch weitere 100.000 Euro an. Die Verwaltung empfiehlt, das Glasdach weiter zu bauen.

Den gesamten Bericht sowie die Reaktionen der beiden Projektpartner zu den Kostensteigerungen finden Sie in der DZ-Ausgabe von Mittwoch, Print und E-Paper.

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